Zeichnet sich für Hammer Krankenhäuser ein finanzielles Desaster ab?

Die Verantwortlichen der Hammer Krankenhäuser werfen Gesundheitsminister Spahn vor, mit großen Zahlen zu jonglieren, die – heruntergebrochen auf das einzelne Krankenhaus – vorne und hinten nicht reichen werden.

Weiterer Kritikpunkt an dem, am 21. März 2020 erstmalig veröffentlichten Gesetzesentwurf zur finanziellen Unterstützung der Kliniken in der Corona-Krise sei, dass die notwenigen Mittel erst nach einem aufwendigen bürokratischen Verfahren zufließen werden.

„Sollen die Krankenhäuser in Hamm in den nächsten Monaten Buchhaltung betreiben oder Leben retten?“ – fragen die Krankenhaus-Gesschäftsführer.

Die Kliniken in Hamm haben – wie von der Bundes- und Landesregierung und nicht zuletzt auch von der Stadt Hamm eingefordert – die Belegung mit planbaren Patienten in den letzten Tagen deutlich heruntergefahren, um sich für die mit dem Corona-Virus infizierten Patienten zu wappnen. Personal wurde zusammengezogen, viele organisatorische Vorkehrungen wurden getroffen, zusätzliche Beatmungsplätze werden eingerichtet. Die Kliniken werden allein durch diese Vorbereitungen schmerzhafte finanzielle Einbußen haben.

Die Kliniken haben die konkrete Sorge, in absehbarer Zeit die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr zahlen zu können, wenn an dem Gesetz nicht noch schnell Nachbesserungen erfolgen. 

Ein von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) entwickelter Vorschlag sah vor, auf Basis der Vorjahresbudgets monatliche pauschale Beträge an die Kliniken zu zahlen und damit unabhängig von der Zahl und Art der Patienten ein wirtschaftliches Überleben in der Zeit unkalkulierbarer Patientenströme zu sichern. Dieser Vorschlag scheint nun nicht mehr von Bedeutung zu sein, kritisieren die Geschäftsführer der Hammer Krankenhäuser St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen, Evangelisches Krankenhaus Hamm, St. Marien-Hospital Hamm und der Klinik für Manuelle Therapie Hamm.

 

Foto: © Kzenon, AdobeStock

 

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