Wie treibt man die Herde in die Immunität – impfen oder konventionell?

Von einer Herdenimmunität bzw. Herdenschutz spricht man, wenn eine Gruppe von Lebewesen davor geschützt ist, dass aus der Infektion von wenigen die Ansteckung von vielen weiteren resultiert.

Sie würde bei Corona durch zwei Möglichkeiten erreicht:

  • Wenn viele Menschen durch Impfung immun gegen das Virus sind.
  • Wenn sich viele Menschen schon infiziert haben und durch Antikörper immun sind.

Ab wann Herdenimmunität besteht ist je nach Krankheit verschieden.

  • Bei Masern greift der Herdeneffekt erst ab 95 % Impfquote.
  • Bei Diphterie hingegen schon ab 80 %.

(Quelle: Verband forschender Arzneimittelhersteller)

 

Die Klinik für Infektiologie der München Klinik, wo die ersten Corona-Patienten in Deutschland behandelt wurden, schätzt nach eigener Auffassung, dass man in Deutschland weit von einer durch Krankheit erzeugten Herdenimmunität entfernt ist.

Bei einer Studie mit 12.000 Blutspendern wurden nur 1,5 Prozent Antikörper gefunden. Eine Studie in Heinsberg ergab eine Quote von 15 Prozent. Selbst in dem einstigen Corona-Quellzentrum in Ischgl wurde nur eine Verseuchung von 42 Prozent nachgewiesen.

 

Kommentar von Wolfgang Große-Westermann:

Die Gretchenfrage bei der Bekämpfung des Corona-Virus wird wohl sein, wie man innerhalb der Bevölkerung eine Herdenimmunität herbeiführt.

In Deutschland baut man offensichtlich auf das Mittel eines Impfstoffes. Wobei der dann im Schnellverfahren hergestellt worden wäre. Nach Angaben des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller hätte man bis vor wenigen Jahren noch 15 bis 20 Jahre von der Virusanalyse bis zur Zulassung veranschlagt. Bei dem Corona-Virus hingegen verkündet man stolz, das etliche Unternehmen nach nur einem halben Jahr schon in der Erprobung mit Freiwilligen sind.

In Schweden hat man sofort zu Anfang der Pandemie den konventionellen Weg gewählt. Kein Mundschutz, kaum Sicherheitsmaßnahmen. Man hat die wissenschaftliche Erkenntnis als Basis genommen, dass 90 Prozent aller Infizierten keine Symptome zeigen. Schweden hat dem Virus relativ freien Lauf gelassen, und gleichzeitig versucht dabei die Risikogruppen zu schützen.

Letztendlich scheint das Modell zu funktionieren. Nach einem zwischenzeitlich erhöhtem Sterbeaufkommen in Alten- und Pflegeheimen befinden sich diese Zahlen jetzt wieder im weltweiten Durchschnitt. Als einziges großes Land sind diesen Sommer in Schweden die Infektionszahlen nicht angestiegen.

Schwedens Chefepidemiologe Tegnell spricht aktuell von einer Immunität von 20 bis 40 %.

 

Foto © Paul Stock, AdobeStock

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