Warn-Wahn: Mücken, Feuersalamander, und es könnte alles noch viel schlimmer kommen!

Kommentar von Wolfgang Große-Westermann

Die Menschheit neigt dazu sich schnell in etwas rein zu steigern. Vor allem wenn alle mitmachen, man persönlich betroffen ist, und wenn etwas sehr lange andauert.

Zuerst wurde vor einer Bedrohung durch das Corona-Virus gewarnt. Dann war das Virus präsent und wir wurden vor der Gefahr eines präsenten Virus gewarnt. Nun schwindet dem Virus allmählich die Gefährlichkeit, aber wie soll man vor einer schwindenden Gefahr warnen?

Der Steigerungsfaktor lässt sich in der Thematik Warnung anscheinend nur schwer wieder runter schrauben. So warnte jüngst das Robert-Koch-Institut vor einer schnellen Verbreitung des West-Nil-Virus in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden in Ostdeutschland immerhin 5 durch Mücken übertragende Infektionen festgestellt.

Bei 80 % Prozent aller Infizierten verlief der Virus-Befall ohne jegliche Symptome, die restlichen 20 % hatten einen milden Verlauf. Nur bei weniger als einem Prozent der Betroffenen, bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen, kann dieser Virus tödlich enden. Kommt einem irgendwie bekannt vor. Kann man aktuell vor warnen, muss man aber nicht.

Impfstoffe gibt es nicht, empfohlen wird Mückenschutz.

Die Naturschutzorganisation Agard warnt aktuell vor der flächendeckenden Ausbreitung der Salamanderpest. Der Hautpilz, wohlgemerkt kein Virus, wurde bereits 2015 an der belgischen Grenze entdeckt. Ist übrigens nur übertragbar von Feuersalamander zu Feuersalamander, und auf den Kammmolch. Kann man aktuell vor warnen. Fraglich ist nur wen, den Kammmolch ?

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck (Heinsberg-Studie) fordert eine „Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten“. Der Grund: zukünftige Pandemien könnten noch viel schlimmer kommen wie die jetzige Corona.

Oder die Aedes-Mücke könnte durch den Klimawandel bei uns heimisch werden, und wir bekämen es mit dem Dengue-Fieber zu tun.

In China warnen Wissenschaftler vor einer neuen, auch auf Menschen übertragbaren Art von Schweinegrippe, die möglicherweise eine Pandemie auslösen könnte.

Was ist eigentlich bei uns in Deutschland mit der Afrikanischen Schweinepest? Vor dem Ausbruch des Corona-Virus durchaus ein Medienthema. Die Pest war damals schon an der deutschen Grenze angelangt.

Wenn sich jetzt die Chinesische Schweinegrippe mit der Afrikanischen Schweinepest kreuzen würde. Das wäre ein Super-Virus. Aber dafür hätten wir ja dann die Infektions-Eingreiftruppe.

Vielleicht sollte man einmal die Gunst der Stunde nutzen, und den Menschen in der Corona-Debatte etwas zur Ruhe kommen zu lassen. Trotz des Tönnies-Vorfalls war dieser Vorgang nämlich schon in Gange. Die Angst scheint zu schwinden. Massentests im Raum Gütersloh und Großbetrieben in Deutschland haben gezeigt, dass ein Großteil der Menschen trotz Infektion ohne Beschwerden war.

Vielleicht kann die Beschäftigung mit Angst und Einschränkungen, allmählich der Beschäftigung mit den Eigenarten dieses markanten Virus weichen. Er wird uns nämlich wahrscheinlich noch eine Weile erhalten bleiben.

Foto: © Katrien Buysse, AdobeStock

1 Kommentar
  1. Na ja, das insbesondere die Amis gerade sterben ist Ihnen hoffentlich nicht entgangen? Die bekommen gesagt, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Ich bin schon ganz froh, dass die deutsche Regierung frühzeitig Maßnahmen ergriffen hat, die anscheinend wirken.

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