Virologe Christian Drosten entwirft das Szenario “Maskenpflicht bis Ende 2021”

Christian Drosten, Institutsdirektor an der Charitè in Berlin mit Forschungsschwerpunkt Virologie, nennt ein mögliches Szenario zur Maskenpflicht.

In allen Ländern, deren Konzept darin besteht, während der Wartezeit auf einen Impfstoff eine verbreitete Virusübertragung zu verhindern, wie auch bei uns in Deutschland, können wir damit rechnen bis Ende 2021 Masken tragen zu müssen.

Auch der rasche Einsatz eines Impfstoffes würde daran nichts ändern. „Denn auch wenn wir mit Impfungen beginnen, wird der größte Teil der Bevölkerung weiter Masken tragen müssen“.

Drosten rechnet zwar damit dass Deutschland nächstes Jahr einen Impfstoff haben wird, aber es kann bis zum Ende des Jahres dauern, bis bestimmte Teile der Bevölkerung damit versorgt sind.

Bis dahin sollte die dringende Empfehlung herrschen Masken zu tragen.

Ein weiteres Problem, das für die Notwendigkeit von Masken spricht: „In Ländern wie Deutschland, wo es nur wenige Infektionen gibt, wird es keine breite Immunität geben“.

 

Kommentar von Wolfgang Große-Westermann:

Man muss kein Virologe sein um einen Widerspruch in dem entworfenen Szenario zu entdecken.

Zum einen wird bemängelt dass es keine breite Immunität gibt, zum anderen wird aber das Tragen von Mundmasken für die nächsten 15 Monate noch dringend empfohlen. Eben genau darum um eine solche breite Immunität zu verhindern.

Und wenn dann ein Impfstoff vorhanden ist und auch angewendet wird: Weiter mit Maskenpflicht oder ohne Maskenpflicht ?

Es bilden sich ziemlich schnell drei Gruppen von Menschen. Welche die geimpft sind, welche die den Virus schon hatten und damit immun sind und auch nicht mehr anstecken können, und welche die weder geimpft noch immun durch ausgeheilte Infektion sind. Die eben theoretisch noch anstecken könnten.

Szenario Einkaufen im Supermarkt: Reges Durcheinander von Menschen ohne und mit Mundmasken. Theoretisch müssten sich alle Menschen ohne Masken durch Impfausweis oder ärztliche Bescheinigung einer Immunität ausweisen. Oder alle Menschen ohne Immunität müssten irgendwie gekennzeichnet sein. Ein kaum vorstellbares Szenario.

Wäre in der Theorie und wahrscheinlichster Durchführbarkeit nicht das Modell, fortlaufende Impfungen mit Weglassen der Maskenpflicht am praktikabelsten ? Eben auch darum, um eine fehlende flächendeckende Immunität möglichst schnell herzustellen ?

 

Foto: © WoGi, AdobeStock

1 Kommentar
  1. Ulma

    Wie meinen Sie das, Herr Große-Westermann? Menschen, die zur Risikogruppe gehören, bewegen sich zwischen Unmaskierten, um dabei mitzuhelfen, eine flächendeckende Immunität herzustellen, auch wenn sie wissen, dass sie das Experiment wahrscheinlich nicht überleben werden?

    Sie haben ja Recht damit, wenn sie meinen, dass sich das alles nicht kontrollieren lässt.
    Aber wäre es dann nicht besser, es bei der Pflicht zu belassen?

    Das ist meine Meinung als Vater einer 27-jährigen Tochter, die nach ihrer viel zu frühen Geburt drei Wochen lang beatmet wurde. Eine Infektion mit COVID-19 würde sie wahrscheinlich nicht überleben.

    15 Monate sind lang, aber wir würden die Zeit auch mit Maske beim Einkaufen überleben.

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