Trittbrett fahren im Zeichen des Herrn – Flyer verteilt in Hamm

Die Corona-Krise hat riesige Ausläufer und zieht etliche Verbände und Institutionen in ihren negativen Bann.

Einige Gruppierungen nutzen sie aber auch für erhoffte positive Auswirkungen. So wurde letztes Wochenende in Teilen der Stadt Hamm ein Flyer des Missionswerk Bruderhand e.V  verteilt.  Eine Glaubensgemeinschaft, die sich selber den Evangelisten zuordnet.

Der Inhalt dieser Broschüre ist schnell erzählt: Im ersten Teil des Textes wird durchaus sachlich und wissenschaftlich fundiert die Symptomatik des Corona-Virus dargelegt. Dann schlägt man plötzlich und mit einer ziemlichen Holzhammer-Methode eine Eselsbrücke zu einem zweiten Virus, von dem die Menschheit befallen sei; dem Virus der Sünde. Im zweiten Teil des Flyers wird nun erklärt, wie man durch seinen Glauben an die Religion von seinem Virus der Sünde befreien kann.

Auch quellenmäßig belegt durch Zitate aus der Bibel: „Du brauchst dich nicht zu fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der bei Tag fliegt, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag verderben bringt“ (Psalm 91,5-7).

Der am Ende des Flyers angebrachte Bestellcoupon für ein Buch des dazugehörigen Bruderhand-Medien-Verlages ist auch gleichzeitig ein Gutschein. Finanzielle Interessen der Glaubensgemeinschaft scheinen damit erst einmal nicht vorrangig zu sein. Obwohl, das Missionswerk Bruderhand finanziert sich über Spenden.

Es besteht jedoch die naheliegende Gefahr, dass ältere und leichtgläubige Menschen nach Lektüre dieses Textes zu dem Schluss kommen, dass wenn man schon durch seinen Glauben den Virus der Sünde besiegen kann, warum dann nicht auch den Corona-Virus.

Hamm.NEWS hat so auch bei der Evangelischen Kirche eine Anfrage zu dieser Glaubensgemeinschaft eingereicht.  Zuständigkeit hat hierbei die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin, dort der theologische Leiter Martin Fritz. Die EZW sieht ihren Auftrag darin, „die Entwicklungen im religiös-weltanschaulichen Bereich zu beobachten und ihre Bedeutung für die Evangelische Kirche in Deutschland zu klären.“

Martin Fritz sind das Missionswerk Bruderhand und deren Aktivitäten bekannt. In einem persönlichen Gespräch mit uns betont er als erstes, dass sich die Evangelische Kirche von dieser Glaubensgemeinschaft distanziert, und dass eine Zugehörigkeit nicht besteht.

Er deklariert das Missionswerk Bruderhand als fundamentalistisch und protestantisch. Gleichzeitig bescheinigt er ihnen einen gewissen Pietismus (schwärmerische Frömmigkeit). Großes finanzielles Interesse an diesen Flyer-Aktionen, die häufiger durchgeführt werden, sieht er nach eigener Aussage wohl nicht. „Die glauben daran was sie verbreiten, das Hauptziel scheint wirklich missionieren zu sein.“

Das Missionswerk Bruderhand hat seinen Hauptsitz in Wienhausen bei Celle. Die 25 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sind überwiegend in Deutschland, aber auch weltweit tätig. Finanziert durch Spenden, sieht es seinen Auftrag in der Evangelisations- und Missionsarbeit. In den Jahren 1984 bis 2018 wurden 35 Millionen Verteilschriften gedruckt und verbreitet (Wikepedia).

 

Montage:
Hintergrund © Ida Friederson, AdobeStock
Flyer © Missionswerk Bruderhand e.V

Kommentieren

Veranstaltungstipps

Do 26

Lisa Feller – „Ich komme jetzt öfter“ Hamm

26. November @ 18:00 - 21:00 CET
Sa 28

Nachtführung

28. November @ 18:30 - 21:00 CET
So 29

Sammler-, Antik- und Trödelmarkt

29. November @ 11:00 - 16:00 CET
Dez 05

Disco 44 – Die Party zum Tanzen

5. Dezember @ 19:00 - 6. Dezember @ 1:00 CET

Aktuelle Beiträge

Bundesweite Corona-Zahlen – Tag 24 des Lockdowns
24. November 2020
Oberverwaltungsgericht Münster kippt verkaufsoffene Sonntage vor Weihnachten
24. November 2020
Das Infektionsgeschehen in Hamm bleibt auf hohem Niveau
24. November 2020
Zeitgleich zu neuen Corona-Regeln klagen immer mehr Bürger gegen bestehende Maßnahmen
24. November 2020
Die heilige Kuh wird nicht geschlachtet – doch kein Verbot von Silvesterfeuerwerk
24. November 2020