Schaden am Dach der Pauluskirche nach Sturm "Sabine"

Starke Stürme “saugen” immer wieder Dachpfannen vom Dach der Pauluskirche

Das Wetter der letzten Jahre wird immer häufiger von starken Stürmen begleitet.

Zum gewohnten Bild nach einem Starksturm gehören heute Absperrbänder an der nördlichen Seite der Pauluskirche. Hamm.NEWS wollte wissen, warum sich immer wieder Dachpfannen aus der Verankerung lösen und sprach hierüber mit dem Bauleiter des Evangelischen Kirchenkreises Hamm, Diplom-Ingenieur Lutz-Thomas Kusch. Er ist für die Betreuung der Bauwerke des Ev. Kirchenkreises Hamm verantwortlich und erklärte uns, welche Kräfte bei starken Stürmen auf Kirchenbauten einwirken:

Die Pauluskirche ist, wie viele ältere Kirchen, mit ihrem Chor und dem Altarraum östlich in Richtung des heiligen Landes ausgerichtet. Der Turm steht dem Altarraum gegenüber im Westen und somit in der Hauptwindrichtung.

Wenn – wie im Fall der Pauluskirche – ein Turm so massiv und nicht etwa schlank ist und eine solche Höhe hat, entwickelt sich auf der Rückseite des Turmes (im Schatten) bei großen Stürmen ein solcher Unterdruck dass ein Sog entsteht, der einzelne Ziegel regelrecht “hochsaugt”. Das erklärt auch warum die Vielzahl der Ziegel oft auf der windabgewandten Seite verloren gehen.

Bereits vor ca. 20 Jahren wurden besondere Vorkehrungen getroffen, um die Pfannen bei einer starken Soglage am Dach zu halten. Während Dachpfannen i.d.R. nur mit dem üblichen Haken an der Tragkonstruktion eingehängt werden, hat man vor zwanzig Jahren das Problem erkannt und die Dachziegel mit einer zusätzlichen Metallklammer versehen. Damals waren Stürme aber noch seltener und nicht so ausgeprägt wie heute. Diese zusätzliche Sicherung kann bei den aktuellen starken Stürmen nicht verhindern, dass Dachziegel aus ihrer Verankerung gelöst werden. Zur Schadensregulierung musste der Versicherer nach Angaben von Kusch in den vergangenen zwei Jahren 20.000 € aufwenden.

Zurzeit arbeiten die Experten an einer zusätzlichen Sicherung der Dachpfannen, um den gestiegenen Wetteranforderungen gerecht zu werden.

 

Foto: © Thomas Reimann

 

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