Stadt vertraut bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners auf Meisen

Die Stadt Hamm wird auch dieses Jahr gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS) vorgehen, dabei aber auf Biozide (Chemikalien für Verwendung außerhalb der Agrarwirtschaft) verzichten.

Als erste Anlaufstelle für Bürger die Nester entdeckt haben, ist dabei das Ordnungsamt. Unter 02381/17-7272 können entdeckte Nester gemeldet werden. Außerhalb der Telefonzeiten können Funde unter ordnungsamt@stadt.hamm.de bekannt gegeben werden.

Auch Nester im heimischen Garten sollten gemeldet werden. Wobei der Grundstückseigentümer für die Entfernung selber zuständig ist. Unter www.hamm.de/eps sind Hinweise zum EPS und deren Beseitigung zusammengestellt.

An drei Orten, die in den vergangenen Jahren besonders stark vom EPS befallen waren, hat die Stadt Hamm 80 Meisenkästen aufgehängt. Diese Vögel sind natürliche Feinde des EPS und sollen sie somit auf natürliche Weise bekämpfen.

Die Meisenkästen für das Pilotprojekt sind von ehrenamtlichen Helfern der AGE (Agentur für gesellschaftliches Engagement) und ZWAR (Zwischen Arbeit und Ruhestand) gemeinsam mit Flüchtlingen gebaut und der Stadt Hamm zur Verfügung gestellt worden.

 

Hintergrund:

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter. Dank der Klimaveränderung breitet er sich immer stärker in Deutschland aus. Die Brennhaare der Raupen lösen bei Mensch und Tier allergische Reaktionen aus. 2020 ist wegen des milden Winters mit einer noch größeren Verbreitung zu rechen.

Der Falter ist ca. 30 Millimeter groß, nachtaktiv und schwärmt in den Monaten Juli und August. Die Weibchen legen ihre Eier, bis zu 200 Stück, innerhalb weniger Tage meistens an der Südseite von Bäumen. Die Jungraupe überwintert im Ei und kann Temperaturen von bis zu -30 Grad überstehen. Der Zeitpunkt des Schlüpfens sind die Monate April bis Mai.

Aus diesem Stadium ist auch der Name „Prozessionsspinner“ entstanden. Sie schließen sich nach dem Schlüpfen zu einer Art „Prozession“ zusammen, in deren Formation sie dann auch in die Baumkronen zum Fressen wandern. Diese Prozessionen können bis zu 10 Meter lang werden.

Für den Menschen gefährlich sind die Haare der Raupe. Diese 0,2 Millimeter langen Brennhaare brechen leicht ab und sind mit Widerhaken versehen. Eine einzelne Raupe kann bis zu 700.000 solcher Haare besitzen.

Eine Gefährdung für den Menschen entsteht beim direkten Kontakt mit den Raupen, die am Baum befindlichen Häutungsnester oder am Boden verbleibende Verpuppungsreste.

(Quelle: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald)

 

Foto: © benschonewille, AdobeStock

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