Programmieren können, aber auch Kochen und Kümmern haben Zukunft

Zum Auftakt der Digitalen Woche 2020 in Hamm.

Trotz Corona war der Saal im Gustav-Lübcke-Museum gestern Abend am 9. März 2020 so gut gefüllt, dass noch Stühle dazugestellt werden müssten, um allen Interessierten Platz zu bieten. Die Künstliche Intelligenz (KI) kann unsere Industrie noch besser machen, würdigte sie Thorsten Schröer (IBM)  in seiner Keynote, und uns helfen, die Meeresverschmutzung zu reduzieren und den Klimawandel zu bremsen.

KI kann 1000mal schneller lesen und damit schneller Fakten aufnehmen als ein Mensch. Sie kann in Röntgenbildern feinere Differenzen erkennen als ein erfahrener Radiologe und am Geräusch feststellen, ob ein stählerner Radreifen bald brechen wird. Sensoren merken, wie es einem allein lebenden pflegebedürftigen Senioren geht und ob er akut Hilfe braucht, die dann automatisch angefordert wird.

KI wird alle Jobs verändern und viele ersetzen: Schröer nannte Radiologen, Anwälte, Taxifahrer, Lagerarbeiter und Finanzanalysten als aussterbende Berufe. In Hamm sind 27 Prozent der Beschäftigten schon jetzt substituierbar, ergab eine Analyse des Arbeitsamtes, die der WA angefordert hatte.

Programmieren lernen wird künftig Pflicht in fast allen Studiengängen sein, sagten die Vertreter der Hammer Hochschulen. Ingenieure haben Zukunft, wenn sie die KI sinnvoll einsetzen können ebenso wie Handwerker, weil z.B. jede Heizungsanlage anders ist. Auch menschliche Zuwendung kann die KI nicht ersetzen in Pflege und Unterricht. Wer sich um Menschen kümmern und sie coachen kann ist weiterhin ebenso gefragt wie jemand, der gut zu kochen versteht. So gesehen könnte KI uns Menschen den Raum geben, unsere Sinnlichkeit ebenso zu kultivieren und wie unsere Mitmenschlichkeit und Kreativität.

 

Foto: © Thorsten Hübner, Stadt Hamm

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