Prof. Thomas Straubhaar prognostiziert das Kippen der öffentlichen Meinung

Prof. Straubhaar hat einen Text veröffentlicht, in dem er eine andere Strategie zur Bewältigung der Corona-Krise zur Diskussion stellt.

Er schlägt eine andere Form der Infizierung vor. Dabei kritisiert er die „Strategie des Zeitgewinns.“ Die beschlossenen Maßnahmen müssten nämlich solange aufrechterhalten werden, bis entweder alle bereits infizierten ihre Ansteckungsgefahr verloren haben, oder bis ein Impftstoff gegen das Virus gefunden worden ist. Solch eine Isolation könne Monate dauern.

Deshalb schlägt der Ökonom vor, nicht darauf zu bestehen dass sich die Masse der Menschen nicht ansteckt. Vielmehr würde es ausreichen, alle Ressourcen darauf zu konzentrieren, jene Minderheit von Hochrisikogruppen zu schützen, deren Leben durch das Corona-Virus bedroht wird.

Aus der Corona-Krise würde sonst erst eine wirtschaftliche und dann eine gesellschaftliche Krise, so Straubhaar. Es prognostiziert eine zunehmende Arbeitslosigkeit und den Ausfall von Selbsthilfegruppen oder Vereinsabenden.

Der Wirtschaftsprofessor ist sich sicher, dass bald der Ruf der Bevölkerung nach alternativen Wegen laut werden wird. Mit jedem Tag Ausgangssperre wird die Akzeptanz hierfür in der Bevölkerung abnehmen. Er sagt ebenfalls einen Anstieg der Gesundheitskosten voraus, weil die Menschen durch eine zunehmende Isolation physisch wie auch psychisch anfällig für Krankheiten werden.

Und irgendwann werde die jetzige Strategie geändert werden müssen. Eine Gesellschaft sollte immer abwägen zwischen den kurzfristigen Effekten einer Strategie der Isolierung und den ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen, die daraus entstehen würden.

Noch gäbe es bei zwei Dritteln der Bevölkerung Zustimmung für den Kurs der Bundesregierung, doch bis Ende April werde der Wert auf 50:50 sinken. Und danach werde die Diskussion kippen.

Thomas Straubhaar ist Professor für internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Hamburg. Der 62-jährige leitete neun Jahre lang das „Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut“ (HWWI).

 

Foto: © pololia, AdobeStock

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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