Präsident der Bundesärztekammer widerspricht Angela Merkel zur Corona-Lage

Im Deutschlandfunk betonte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, dass er die Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur aktuellen Corona-Situation nicht teilen kann:

„Ganz so ernst sehe ich die Lage nicht. Mit steigenden Infektionszahlen war zu rechnen. Die Vorstellung, dass man das Virus vertreiben kann, war eine irrige Vorstellung.“

Man müsse lernen, mit einer Zunahme dieser Infektionszahlen zu leben.

Als Indiz für seine Stellungnahme nahm er den Tatbestand, dass es momentan immer noch einen großen Überhang an Intensivkapazitäten gäbe, und die Anzahl von schweren Krankheitsverläufen überschaubar sei.  Aktuell gibt es deutschlandweit ca. 8.800 freie Intensivbetten.

Man dürfe keine Entwarnung geben, „aber man kann den Menschen nicht in einer Tour Angst machen“.

Einschränkungen der Bewegungsfreiheit hält Reinhardt für nicht angebracht. Wichtig sei stattdessen, Menschen mit hohem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes zu schützen. Schnelltests in Alten- und Pflegeheimen seien dafür eine praktikabel Lösung.

 

Kommentar von Wolfgang Große-Westermann:

Mit ähnlichen Aussagen ist Klaus Reinhardt kurze Zeit später bei Markus Lanz aufgetreten, und hat anschließend  für kontroverse Diskussionen gesorgt.

Nun hat Reinhardt vielleicht nicht die Medienerfahrung, welche sich mittlerweile Streeck, Lauterbach und Co. angeeignet haben. Und sein Auftritt kam etwas unglücklich rüber. Aber im Prinzip hat er Recht.

Die Begriffe gefährlich und ungefährlich haben im Zusammenhang mit dem Corona-Virus ihre eigentliche Bedeutung verloren.

So unsinnig und widersinnig es klingen mag. Der Virus bezieht seine Gefährlichkeit durch seine Ungefährlichkeit. Für fast 90 Prozent der mit ihm Infizierten verläuft die Erkrankung mit nur leichten oder keinen Symptomen. Wo heraus seine Gefährlichkeit resultiert. Ohne von der Infektion zu wissen laufen infizierte Menschen in Risikogruppen hinein. Für deren Personenkreis er dann durchaus höchst gefährlich ist.

Das ist der krasse Gegensatz zu einem grippalen Infekt. Mit schniefender Nase, Halsschmerzen und Fieber besuchen wir nicht Sonntags die Großeltern.

Und so schwieriger ist auch der Umgang mit dieser Pandemie. Die flächendeckende Panik und Angst in der Bevölkerung könnte man durchaus als übertrieben bezeichnen. Eine Gruppe von 50  jungen Menschen ohne Mundmaske kann sich untereinander durchaus mit dem Virus infizieren. Aber wahrscheinlich ohne schwerwiegende Auswirkungen für den Einzelnen. Nur kann der junge Mensch aus dieser Gruppe, wahrscheinlich der fitteste und sportlichste von allen, wohl infiziert mit dem Virus aber mit keinerlei Symptomen gesegnet, unwissend als Transporteur in familiäre Risikogruppen fungieren.

Das theoretische Modell, die relative Ungefährlichkeit des Virus für eine Lockerung von Maßnahmen und Herstellung einer natürlichen Herdenimmunität zu nutzen, hängt in seiner Durchführbarkeit von der Machbarkeit des bestmöglichen Schutzes der Risikogruppen ab.

Das Tragen von Mundmasken bedarf keiner hitzigen Diskussion in irgendwelchen Talkshows, sondern vielleicht endlich einmal der sachlichen Erklärung durch Wissenschaft und Politik.

Mundmasken dienen jüngeren und gesunden Menschen nicht in erster Linie zum eigenen Schutz vor einer vermeintlichen todbringenden Infektion.

Sondern sollen vorrangig verhindern, dass Infizierte ohne Krankheitsgefühl vom Virus als Transporteur missbraucht werden.

Wenn diese Erkenntnis einmal bei der Bevölkerung Einzug gehalten hat, dann verschwindet auch  besagtes „Panik-Verhalten“ von selber.

 

Foto: © Halfpoint, AdobeStock

Kommentieren

Veranstaltungstipps

Do 26

Lisa Feller – „Ich komme jetzt öfter“ Hamm

26. November @ 18:00 - 21:00 CET
Sa 28

Nachtführung

28. November @ 18:30 - 21:00 CET
So 29

Sammler-, Antik- und Trödelmarkt

29. November @ 11:00 - 16:00 CET
Dez 05

Disco 44 – Die Party zum Tanzen

5. Dezember @ 19:00 - 6. Dezember @ 1:00 CET

Aktuelle Beiträge

Hat Hamm den Scheitel in der Infektionswelle überschritten?
25. November 2020
Silvester ohne Feuerwerk: Entzug von Lebensfreude oder Sieg der Vernunft?
25. November 2020
Bundesweite Corona-Zahlen – Tag 25 des Lockdowns
24. November 2020
Oberverwaltungsgericht Münster kippt verkaufsoffene Sonntage vor Weihnachten
24. November 2020
Zeitgleich zu neuen Corona-Regeln klagen immer mehr Bürger gegen bestehende Maßnahmen
24. November 2020