Lastenrad

Mit gutem Beispiel voran: Politischer Wille für Lastentransporte per E-Bike

Mit guten Beispiel voran gehen ab sofort städtische Mitarbeiter mit elektrisch angetriebenen Lastenfahrrädern – sogenannten CargoBikes – auf Dienstfahrt.

Die Stadt Hamm und die Wirtschaftsförderung haben gemeinsam neun CargoBikes gekauft und am 6. Februar 2020 an die Stadtbücherei, das Schulverwaltungsamt, das Maximare, den TuS 1859 Hamm e.V., das Baudezernat und die Wirtschaftsförderung übergeben.

Gute Gebrauchte

Bei den angeschafften CargoBikes handelt es sich um gut erhaltene Gebrauchtfahrzeuge, die 2018 bis 2019 während des Forschungsprojektes des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt “Ich entlaste Städte” im Einsatz waren. Die Wirtschaftsförderung hatte sich seiner Zeit eine Kaufoption im Gegenzug zu ihrer Studienunterstützung einräumen lassen. Künftig werden Hausmeister das Lastenrad nutzen, um mit Werkzeugen zu den Schulstandorten zu pendeln. Mitarbeiter der Stadtbücherei wollen eine Bücherauswahl auf Schulhöfen präsentieren und Sportvereine werden Bälle und Sportgeräte zwischen den Sportplätzen hin- und herfahren.

Idee ist nicht neu

Lastenräder haben bereits vielerorts die Innenstädte erobert. Neben dem ökologischen Aspekt punkten die auffälligen Transportmittel durch ihre Flexibilität und Geschwindigkeit. Gerade im Innenstadtverkehr kommt das Lastenrad häufig schneller zum Ziel als ein Kraftfahrzeug.

Pionier in Soest

Zu den regionalen Lastenrad-Pionieren gehört Christoph Kühn, der in Soest bis Weihnachten 2019 eine Lastenrad-Spedition betrieb. Mit seiner Kurbelkiste transportierte er Güter bis zu einer Tonne Gewicht im Anhänger zu Empfängern im gesamten Stadtgebiet. Das MACHERMAGAZIN porträtierte im Dezember 2018 Christoph Kühn und seine Kurbelkiste und nutzte seine Dienste für die innerstädtische Verteilung der Magazine an über vierzig Mitnahmestellen in Soest.

Christoph Kühn beglückwünscht Hamm für dieses Projekt und den politischen Willen, den innerstädtischen Verkehr mit diesem Projekt zu entlasten.

“Das Projekt hat Vorbildcharakter und wird weitere Mitmacher finden. Jemand muss anfangen, und wenn das auf viele Schultern verteilt wird, wirkt es motivierend für andere Verkehrsteilnehmer und Nutzer des öffentlichen Raumes. Um so mehr, wenn sich die öffentliche Hand (wie in Hamm) engagiert und als Vorbild vorangeht.”, betont Kühn.

Aus seiner Erfahrung ergeben sich immer wieder Ausreden, wie zum Beispiel “Das geht nicht mit dem Fahrrad”, “Das haben wir ja noch nie gemacht” oder “Das macht bei uns der Auszubildende oder der Seniorchef mit dem Firmen-PKW, das kostet ja nix”. Er weiß aber auch, dass das Rad auf den ersten fünf Kilometern genauso schnell ist, wie ein Kraftfahrzeug, dass das Ladevolumen wahlweise dem eines PKWs oder eines Transporters entspricht und dass Lastenräder nachhaltig, emissionsfrei, flexibel und staubefreit sind. Außerdem erübrigt sich mit ihnen die Parkplatzsuche.

Politischer Wille ist entscheidend

In Soest fehlten – seiner Aussage nach – sowohl der politischen Wille, als auch die erforderliche gewerbliche Nachfrage. Hieran scheiterte das innovative Angebot der “Kurbelkiste” letztendlich, so dass in Soest – seiner Website nach – seit Weihnachten 2019 “keine emissionsfreie, nachhaltige Stadtlogistik mehr stattfindet”. Kühn ist sich sicher, dass “sich die Verkehrswende nicht aufhalten lässt und auch in der Provinz ankommen wird. Leider nur viel später als notwendig !”.

 

Foto: © David Fuentes, AdobeStock

 

 

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