OB-Wahl 2020: Gerd Heistermann tritt als unabhängiger Kandidat an

Der 61-Jährige Hammer Gerd Heistermann möchte sich am 13. September 2020 um das Amt des Oberbürgermeisters von Hamm bewerben.

Es wäre ein Novum: Denn erstmalig würde ein parteiloser Kandidat als Oberbürgermeister ins Hammer Rathaus einziehen. Eine durchaus mutige, aber auch ernst zu nehmende Bewerbung.

Betrachtet man das parteipolitische Geschehen der letzten Monate, scheint es eine gute Option, die Probleme der Gegenwart losgelöst von Parteiprogrammen und Fraktionszwängen zu betrachten und parteiübergreifend gute Lösungen zu finden. Und für eine solche Moderatorenrolle – in der Position des ersten Bürgers einer Stadt – bringt Heistermann das Potenzial mit.

Hamm.NEWS hat mit ihm gesprochen:

Herr Heistermann, was treibt Sie an?

Mich hat das Leuchten in den Augen der Menschen berührt, die gemeinsam etwas gestalten, was ihnen am Herzen liegt. Sie entwickeln dabei Kräfte, von denen sie oft selbst überrascht sind. Sie wachsen besonders gut im Lokalen, wo wir die Dinge verstehen und gemeinsam etwas Gutes bewirken können. Dieser Gestaltungsmut macht eine Stadt lebendig und stark für die gute gemeinsame Zukunft angesichts der Herausforderungen, die auf uns warten. Das spüren die Menschen, denn „Wir überschätzen das Wissen unserer Höhrer, aber wir unterschätzen ihre Urteilskraft!“, zitiert die WDR-Moderatorin Carmen Thomas einen BBC-Direktor in ihren Buch „Hallo, Ü-Wagen“. Deshalb möchte ich unsere Potentialentfaltung zum neuen Kompaß des Kommunalen machen.

Was zeichnet Sie aus?

Die epochalen Herausforderungen sind für mich ein Weckruf, Anlaß und Ansporn, mehr zu dem zu werden, wer wir sind, nämlich geborene Entdecker und Gestalter. Unsere Potentiale sind größer als wir bisher geglaubt haben, sagt die Hirnforschung. Und ich glaube, dass ich ein Gespür für Menschen, Möglichkeiten und Chancen habe. Beruflich habe ich ein Team zu überdurchschnittlichen Erfolgen geführt und als ehrenamtlicher Telefonseelsorger habe ich Menschen in ihrer tiefsten Verzweiflung begleitet. Und jetzt möchte ich das Thema Potentialentfaltung politisch und uns alle damit zu einer starken und lebendigen Stadt Hamm machen.

Wie werden Sie dem amtierenden Amtsinhaber entgegentreten?

Voller Respekt und Dankbarkeit. Thomas Hunsteger-Petermann hält die Stadt stabil, nie gab es weniger Arbeitslose und mehr Kitas, Einrichtungen und Veranstaltungen. Darauf kann er berechtigt stolz sein. Doch für die epochalen Herausforderungen der Klimakrise und der Digitalisierung, aber auch des Zerbröselns hierarchischer Organisationen und der zunehmenden Unübersichtlichkeit der Welt hat er keine Idee.  Wo es immer weniger Lösungen nach Lehrbuch gibt, brauchen wir unsere Gestaltungskräfte und Beziehungsfähigkeiten. Nur entstehen die nicht auf Anweisung von oben, sondern unten, wo Menschen sich auskennen und sich gemeinsam auf den Weg machen – also im Lokalen. Hier werden Menschen auf eine gute Weise selbstbewußt, gemeinsinnig und stark. Das bereichert unsere Stadt und unser Miteinander.

In dieser stressigen Zeit braucht es aber mehr ideelle und materielle Unterstützung für die Menschen, die sich das trauen, was sich unsere Bundeskanzlerin  in ihrer Neujahrsansprache gewünscht hat: mit Mut, mit neuen Ideen neue Wege zu gehen. Da zählt schon der erste kleine Schritt!

Über Gerd Heistermann

Geboren am 16.5.1958 in Detmold, Kreis Lippe, aufgewachsen in Augustdorf. Altsprachliches Gymnasium Leopoldinum I in Detmold, Grundwehrdienst in Warburg, Studium der Fächer Deutsch und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien in Paderborn, Referendariat in Elberfeld. Trotz bester Noten keine Stelle. In Düsseldorf Umschulung zum Lokalfunkjournalisten. Drei Monate als Freier Mitarbeiter beim WDR, dann 1990 beim Start des Lokalfunks NRW bei Radio MK in Iserlohn als Redakteur dabei. Seit Januar 1992 Chefredakteur von Radio Lippewelle Hamm bis Juni 2016. Anschließend Ausbildung zum Coach für eine Lernkultur der Potentialentfaltung und Herausgeber des MacherMagazins.

295 Unterstützer gesucht

Bevor der Name “Gerd Heistermann – parteilos” auf dem Wahlschein zur Oberbürgermeisterwahl 2020 erscheint, gilt es noch eine Hürde zu nehmen: Laut Wahlordnung benötigt er fünf mal so viele Unterstützerunterschriften, wie es Mitglieder im Rat der Stadt Hamm gibt: 59 Ratsmitglieder x 5 = 295 Unterstützer.

Unterschriftenbögen liegen in der Buchhandlung Margret Holota in der Weststraße 11, 59065 Hamm aus.

 

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Foto: © Marion Seyffert

 

 

2 Kommentare
  1. Ralf Schütte

    Gerd Heistermann ist 1. Wahl

    Eine vielversprechende Nachricht im aktuell politisch trostlosen Hamm vor der OB-Wahl im September. Neben der frischen grünen Kandidatin tritt eine sehr bekannte und etablierte Persönlichkeit in Hamm als parteiloser Kandidat an.

    Unsere Demokratie lebt von der Auswahl von Parteien und politischen Akteuren, aber bei der Kommunalwahl insbesondere von herausragenden bürgernahen Persönlichkeiten. Gerd Heistermann hat sich in Hamm nicht nur mit seiner langjährigen Redaktionsleitung bei Radio Lippewelle einen Namen in Hamm und Umgebung gemacht. Stets hat er sich ehrenamtlich auch für das Gemeinwohl mit seinen journalistischen Fähigkeiten engagiert.

    Gerd Heistermann ist die Lichtgestalt, die frischen und innovativen Macherwind gegen die angestaubte, nur auf Machterhalt spielende und verfilzte CDU-Politik um OB HP und seine Parteisoldaten einbringen kann. Dabei zeigt die erneute Kandidatur von HP mit seinem engsten Führungszirkel hier übrigens im Lokalen wie im Bund die unaufhaltbare Erosion der Volksparteien mangels geeigneter und gemeinwohl- und bürgerorientierter Führungspersönlichkeiten ohne überwiegende Eigennutzmotivation.

    Hamm braucht Erneuerung mit neuen herausragenden Persönlichkeiten und Kompetenzen. Man kann sich für Hamm keine bessere Option als einen parteilosen Kandidaten wünschen, der für alle demokratischen Parteianhänger wählbar ist – aber letztendlich hat der Wähler dazu das letzte Wort.

  2. Darf man denn die Buchhandlung besuchen? Ich finde Auswahl in einer Demokratie extrem wichtig, und würde mich dann nach meiner Unterstützung durch meine Unterschrift immer noch überlegen können, ob ich ihn dann am Ende wirklich wähle. Aber dafür zu sorgen, dass er gewählt werden kann, finde ich schon wichtig. Da wir jetzt alle kein Geschäft mehr aufsuchen dürfen, stellt sich rein formal juristisch eventuell auch die Frage, ob die Tatsache, dass man physisch Unterschriften leisten muss, in Zeiten von Geschäftsschließungen und Versammlungsverboten nicht grundsätzlich verfassungswidrig ist.

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