Mit „Rolle rückwärts“ auf Tournee durch die Corona-Medienwelt

Kommentar von Wolfgang Große-Westermann.

Ich glaube es eigentlich nicht. Aber manchmal frage ich mich, ob sich der Corona-Virus wohl in Luft auslöst, wenn Virologen ihre Talkshow-Tournee beenden, Medien nicht mehr darüber berichten, und Politiker aufhören ihre Entscheidungen nach falsch interpretierten Zahlenstatistiken auszurichten.

Der Virologe Hendrik Streeck fing mal irgendwann ganz normal und ruhig an, mit der Veröffentlichung der „Heinsberg-Studie“. Tauchte dann zum ersten Mal bei Markus Lanz auf, um dann sehr schnell ebenfalls in die Hemisphäre der anderen sich auf Tour befindlichen Kollegen einzutauchen. Die ihrerseits mit Erstaunen beobachten mussten, wie ihre eigenen Prophezeiungen sich in Trefferlosigkeit auflösen. Die Corona-Zahlen explodierten nicht, das Gesundheitssystem ist nie an seine Grenzen gekommen, und der Virus hat nichts besser vertragen als die warmen Sommermonate.

Hendrik Streek begann seine Odyssee durch Ratschläge und Konzeptideen mit dem damals recht abenteuerlich anmutenden Vorschlag, die Freibad-Saison zu nutzen, dass sich möglichst viele Menschen mit dem Virus anstecken sollen. Zwecks Erzeugung einer Herdenimmunität.

Um dann kurze Zeit später eine mobile Eingreiftruppe gegen Corona einzufordern.

Jüngst verkündete er bei Maischberger den dringenden Ratschlag, die Menge der versprühten Aerosolen durch Distanzhaltung und Mundschutzpflicht zu minimieren.

Am letzten Wochenende dann gab er ein Interview in der „Welt am Sonntag“, in dem er einen radikalen Strategiewechsel in der Corona-Bekämpfung forderte. Nämlich den, dass sich möglichst viele Menschen mit dem Virus anstecken sollen.

All die Virologen sind aus dem Nichts erschienen und könnten mittlerweile ihre Tourneen bei Eventim vermarkten lassen.

Hier geht es allerdings nicht um den Bereich Musik oder Comedy, sondern um das Handhaben eines Virus, das sich zu einem Ereignis entwickelt hat, welches seinen Vergleich sucht in der Fokussierung der Medienwelt.

Eine Print-Medienwelt, deren Hoffnung sich übrigens nicht erfüllt hat, mit dem Corona-Virus wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

 

Foto © industrieblick, AdobeStock

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