Menschenwohl statt Tierwohl – das Corona Virus in deutschen Schlachthöfen

Kommentar von Wolfgang Große-Westermann

Das vermehrte Auftreten von Infektionsherden in deutschen Schlachthöfen, hat die von Corona geprägte Medienwelt ihren Fokus auf dort arbeitende und lebende Billiglohnkräfte richten lassen.

Das Virus ist in Bereiche der Fleischwirtschaft eingedrungen, die bisher vor der Öffentlichkeit verdeckt gehalten wurden.

Gewerkschaften kritisieren Arbeits- und Wohnbedingungen.

Bürger machen sich Sorgen um eine Zurücknahme der Lockerungsmaßnahmen, und eine mögliche Übertragung des Virus über Fleisch in deutsche Haushalte. Mit angstvollem Blick verfolgt man Testverfahren und Ergebnisse in Schlachtbetrieben.

Das Produkt in diesen Betrieben ist allerdings nicht Metall, Plastik oder Holz. Sondern sind Tiere, die dort vom Leben in den Tod befördert werden.

Und Billiglohnkräfte sind nur ein Rädchen in einem gewaltigen System, das Fleisch möglichst billig machen soll. Weitere entscheidende Rädchen sind Zucht, Haltung und Tötung dieser Tiere.

Begriffe wie „Tierwohl-Label“ scheinen beim Menschen lediglich eine Sensibilität für das eigene Wohlbefinden aufkommen zu lassen. Die Arbeitsbedingungen in den Schlachtbetrieben nimmt man zur Kenntnis, um eine Verbreitung des Virus macht man sich Sorgen.

Unter dem Deckmantel des Tierwohl-Labels  verstecken sich innerhalb der Schlachthöfe geschätzte 500.000 Fehlbetäubungen, und qualvolle Betäubungsarten wie mittels CO2-Gas.

Tierwohl bedeutet auch nach wie vor das betäubungslose Kastrieren von Ferkeln, das Schreddern von männlichen Küken, der tagelange Transport von Rindern in Drittländer, und tierschutzwidrige Betäubungsarten in Schlachthöfen.

Das Corona-Virus stammt vom Tier. Es hat bei seiner Entdeckungs- und Aufdeckungsreise durch deutsche Schlachtbetriebe das Tier allerdings nicht wieder erreichen können.

 

Foto: © davit85, AdobeStock

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