Max-Planck-Psychologe Gerd Gigerenzer mahnt: Weniger vor Corona fürchten!

Gerd Gigerenzer hat seine Erfahrungen aus vorherigen Krisen gezogen, die wir alle überstanden haben. Schweinegrippe, Vogelgrippe und SARS.

Er erläutert, dass ein Mechanismus um das Objekt der Angst zu verstehen soziales Lernen ist.

Indem wir beobachten, wovor andere Menschen Angst haben. Klassisches Beispiel seien die aktuellen Hamsterkäufe. Menschen sehen, dass andere sich fürchten und hamstern. Dieses löst dann ebenfalls Angst aus und die Tendenz, selber auch zu hamstern.

Ein anderer Mechanismus der Angst seien Schockereignisse, bei denen in kurzer Zeit viele Menschen ums Leben kommen. Zum Beispiel Flugzeugabstürze oder auch Pandemien.

Umgekehrt sei es relativ schwer, den Menschen Angst vor einer sich immer wiederholenden Zahl von jährlichen Todesfällen zu machen. Beispiele sind die normale Grippe oder Autounfälle.

So erklärt sich denn auch ein Teil der Angst vor dem Corona-Virus. Es ist ein Schockereignis. Vor zwei Jahren gab es dagegen in Deutschland geschätzte 25.000 Tote durch bekannte Grippeviren. Diese Menschen hätten so gut wie keine Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhalten.

Er mahnt daher dazu unser Verhalten so zu verändern, dass das Virus wenig Möglichkeit hat sich auszubreiten. Informiert und entspannt, aber nicht ängstlich und panisch. Wir Menschen würden zwischen Risiken unterscheiden die man berechnen kann, und solche die man nicht berechnen kann.

Die Gefahr durch das Corona-Virus ist nicht präzise berechenbar, man kann sie nur mit Modellen abschätzen. Somit erleben wir gerade eine Situation der Ungewissheit. Und hier sei es wichtig, mit Ungewissheit zu leben, statt nach Sicherheiten zu suchen, die es nicht gibt.

Gerd Gigerenzer ist deutscher Psychologe. Direktor am Max-Planck-Institut und am Harding-Zentrum für Risikokompetenz in Berlin.

 

Quelle: Wikipedia; Foto: © Alfons Ven, AdobeStock

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