Ein noch nicht vorhandener Impfstoff und viele offene Fragen

Der angekündigte Impfstoff trägt das Kürzel BNT162b2 und wurde von dem deutschen Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-amerikanischen Partner Pfizer entwickelt.

Getestet wurde bisher an 44.000 Probanden, von denen die Hälfte ein wirkungsloses Placebo erhielt, die andere Hälfte den besagten Wirkstoff. Laut Biontech betrug die Wirksamkeitsrate des Impfstoffes „über 90 Prozent“.

Die amerikanische Kontrollbehörde FDA hatte angekündigt, den Impfstoff bereits bei einer Wirksamkeitsrate von 50 % zu genehmigen. Allerdings: Die Daten der Studie sind bisher nicht veröffentlicht worden und daher auch noch nicht von Experten begutachtet worden.

Laut Biontech seien in der Studie keine schweren Nebenwirkungen aufgetreten. Allerdings soll es noch Langzeitbeobachtungen geben. Auch ist noch unklar, ob die Wirkung des Präparates irgendwann nachlässt. Und ob er für alle Altersgruppen gleichmäßig wirksam ist.

Normalerweise dauert eine Zulassung für einen neuen Impfstoff mehrere Jahre, bei Corona sind viele Verfahren verkürzt worden.

Obwohl noch nicht langfristig getestet und noch nicht zugelassen, hat sich Europa schon 200 Millionen solcher Impfdosen gesichert. Davon sollen allein Deutschland bis zu 100 Millionen Dosen erhalten.

Biontech rechnet damit, noch in diesem Jahr bis zu 50 Millionen Impfdosen zur Verfügung zu haben, im nächsten Jahr sind 1,3 Milliarden Dosen geplant.

In der ersten Zeit allerdings nur in kleinen Portionen für bestimmte Menschengruppen: Gesundheitswesen, Lehrer, Polizisten, und Politiker.

Wann der Impfstoff flächendeckend für alle Bürger zur Verfügung steht ist noch unklar, man „müsse erst sehen wie gut es mit der Verträglichkeit klappt“. Man rechnet mit einer solchen breiten Streuung im Sommer 2021, Kinder und Schwangere sind vorerst ausgeschlossen.

Die Verteilung soll über ganz Deutschland verteilte Impfzentren geschehen. Das Problem dabei ist die Lagerung, es wird eine Kühlung von Minus 70 Grad erforderlich sein. Zusätzliche sollen mobile Impftrupps für nicht mobile Menschen eingesetzt werden.

Um die erdachten 60 Prozent der deutschen Bevölkerung für eine erforderliche Herdenimmunität zu impfen, benötigt es nach Hochrechnungen ungefähr ein Jahr, bei täglich 60.000 Impfungen. Da bei Impfungen wegen möglicher Komplikationen immer ein Arzt in der Nähe sein muss, droht eine Überlastung des medizinischen Apparates.

Zu diesem Anlass regt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef-Laumann (CDU) an, evtl. Ärzte aus dem Ruhestand zu holen.

Engpässe könne es ebenfalls geben bei der Versorgung mit Material wie Spritzen und Kanülen, die millionenfach benötigt werden.

Foto: © thodonal, AdobeStock

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