In eigener Sache – zu dem Kommentar „Bilder im Kopf“

Der gestrige Kommentar „Bilder im Kopf“ zum Jerusalema-Video aus der Barbara-Klinik-Hamm ist in den sozialen Medien stark kritisiert worden, zum Teil mit persönlichen Anfeindungen und Beleidigungen zu meiner Person.

Festgemacht an dem Vorwurf, ich würde den Bediensteten eines Krankenhauses das Recht absprechen Spaß zu haben.

Obwohl das in keiner Zeile des Artikels zum Ausdruck gebracht worden ist. Ganz im Gegenteil.

Der Kommentar sollte, sehr wohl festgemacht an dem genannten Video, einmal zum Nachdenken anregen über die Thematik von Sensibilitäten.

Es gibt Patienten allen Schweregrades in einem Hospital, ich habe mir aber erlaubt es einmal festzumachen an die Situation von sterbenden Menschen und deren Angehörigen in einem Krankenhaus. Was zu Zeiten von Corona, wo jeder Tote penibel gezählt und thematisiert wird, ja durchaus nicht abwegig ist.

Wenn die Pfleger in einem Krankenhaus solch einen sterbenden Menschen begleiten, anschließend nach Dienstschluss heimwärts fahren, um dort abzuschalten, Musik hören und Tanzen, sind da durchaus Sensibilitäten verloren gegangen, was aber auch zwingend erforderlich ist, um überhaupt abschalten zu können und diesen Beruf unbeschadet auszuüben.

Wenn man innerhalb der Räumlichkeiten eines Krankenhauses, wo um einen herum besagte sterbende Menschen oder schwerst erkrankte Menschen liegen, und deren Angehörige über die Flure laufen, solche Aktivitäten mit Tanz, Musik und Video-Dreh zelebriert, sind nach meiner persönlichen Ansicht schon Anzeichen vorhanden, dass der Verlust dieser Sensibilitäten in Richtung einer beginnenden Abstumpfung gehen könnte. Abstumpfung ist selten etwas positives und mit allerlei Unwegbarkeiten und Risiken verbunden.

Wobei ich in keiner Zeile meines gestrigen Artikels behauptet habe, dass bei den Bediensteten der Barbara-Klinik diese Abstumpfung vorhanden ist.

Ich habe es nur die Frage gestellt, womit ich zum Nachdenken anregen wollte.

Der Vergleich mit Vegetariern ist willkürlich, es gibt viele Bereiche in unserem Leben, wo Sensibilitäten, Gewöhnung und Abstumpfung eine Rolle spielen.

 

Screenshot © St. Barbara-Klinik Hamm

1 Kommentar
  1. Birgit Spiegel

    Da Sie ja Journalist sind, sollte Ihnen m. M. nach dann eine bessere Form der Kommunikation möglich sein. Sie implizieren mit Ihrer Kritik, dass die Zeiten nicht „schlimm“ sind und die Angestellten Arbeits- als Vergnügunszeit nutzen. In allen Kulturen der Welt sterben Menschen unter diversen Umständen. Zeitgleich gibt es Geburten und Feiern sowie Vergnügen in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen. Das darf es nach Ihrer epischen Ansicht dann nicht geben. Traurig finde ich, sich so aus der Affäre ziehen zu wollen. Stehen Sie nicht zu Ihrem Wort?
    Sensibilität fehlt nicht dem Personal der Klinik. Abgestumpft? Dazu äußere ich mich bewußt nicht.

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