Hygiene-Experte sieht in Klimaanlagen die Gefahr einer „Viren-Schleuder“

Der Corona-Ausbruch im Fleischbetrieb Tönnies könnte die Luftkühlung als Ursache haben.

Zu dieser Einschätzung kommt der beauftragte Hygiene-Experte Martin Exner vom Universitätsklinikum Bonn im Auftrag des Kreises Gütersloh.

Um für die notwendige Lebensmittelhygiene zu sorgen, würden die Räume wo eine Tierzerlegung stattfindet auf etwa sechs bis zehn Grad gekühlt. Gleichzeitig wird diese kühle Luft noch getrocknet, um das Wachstum von Salmonellen zu verhindern.

Um diesen Vorgang zu praktizieren leitet man die Luft in die Klimaanlage um sie anschließend wieder auszuwerfen. Die Luft würde dabei zwar zirkulieren, aber ohne Aufbereitung und ohne ausreichend Frischluft.

Das bedeutet in der Praxis, wenn ein Mitarbeiter erkrankt ist und das Corona-Virus in die Luft gelangt, wird nach Einschätzung des Mikrobiologen der Virus anschließend breit in die Räumlichkeiten verteilt. Die feinen Tröpfchen, in denen Viren übertragen werden, werden so permanent in Bewegung gehalten. Erschwerend kommt hinzu dass sich die Corona-Viren bei kühlen Temperaturen am wohlsten fühlen.

Als Abhilfe für diese Gefahrenquelle empfiehlt der Hygieniker Hochleistungsfilter oder eine Behandlung mit UV-Licht.

 

Foto: © Wellnhofer Designs, AdobeStock

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