Heimfinder NRW

Per App schneller zum freien Pflegeplatz: Heimfinder NRW gestartet

Ab sofort können Angehörige und Pflegebedürftige digital nach einem freien Langzeit- oder Kurzzeitpflegeplatz in der Umgebung suchen.

Der „Heimfinder NRW“ zeigt die durch die Einrichtungen gemeldeten freien Kapazitäten in Dauer- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen an. Hierdurch soll eine schnelle Hilfe, insbesondere nach Krankenhausaufenthalten oder bei plötzlichen Erkrankungen, geboten werden. Bisher war die Suche nach einem freien Pflegeplatz oft zeitaufwändig und für viele eine hohe nervliche Belastung. Die Pflegeinrichtungen wurden gesetzlich dazu verpflichtet, ihre freien Kapazitäten in die zentrale Datenbank einzutragen. Hierdurch wird eine gute Datenqualität sichergestellt und zudem ein positiver Nebeneffekt erzielt: Die vorgeschriebenen Platzmeldungen spiegeln die aktuelle Situation der Kapazitäten in Lang- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen wider.

Grundlage der aktuellen App war die 2017 entwickelte „Pflegefinder-App“ des Rhein-Kreis Neuss. Diese App wurde dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW zur Verfügung gestellt, um das System über den Landesbetrieb Information und Technik NRW (IT.NRW) weiterzuentwickeln und landesweit auszurollen.

Derzeit werden im „Heimfinder NRW“ nur Langzeit- und Kurzpflegeeinrichtungen gelistet. Eine Erweiterung z. B. um Tagespflegeeinrichtungen ist für spätere Versionen geplant.

Auf Nachfrage von Hamm.NEWS bewertet Alexander Kotzur von Gerdas Pflegedienst GmbH die App als super Idee:

„Aufgrund der Kundenkontakte bekomme ich immer wieder mit, wie Angehörige oder Betroffene sich die Finger wund getippt haben am Telefon, um zu erfragen, in welchen Einrichtungen Kapazitäten vorhanden sind.“

Da die App derzeit nur klassische Pflegeheime bedient, profitieren die Anbieter ambulanter Pflegeleistungen derzeit nicht. Ändern kann sich dies aber, sofern in einer späteren Version auch Plätze in Seniorenwohngemeinschaften ausgewiesen werden. Senioren-WGs werden – rechtlich betrachtet – ambulant versorgt. Sollte eine spätere Erweiterung auf andere Pflegebereiche erfolgen, hält Kotzur den Namen „Heimpfinder“ als schwierig, da „Pflege“ nicht nur durch Heime getragen wird.

Laut einer Informationsbroschüre der Stadt Hamm gibt es in unserer Stadt ca.:

  • 29 vollstationäre Einrichtungen
  • 11 Tagespflegeeinrichtungen
  • 9 Ambulante Wohngemeinschaften
  • 35 ambulante Pflegedienste

Die Heimfinder-App weist derzeit 2.382 erfasste Einrichtungen aus. In Hamm finden sich 31 Einrichtungen, in denen zum Recherchezeitpunkt (22.01.2020 18:50 Uhr) 12 Kurzzeitpflegeplätze und 15 Dauerpflegeplätze sofort frei waren.

Android- und Apple-Nutzer können in den App-Stores eine kostenfreie App herunterladen; darüber hinaus steht eine Browser basierte Web-Version des Heimfinders allen Internet-Nutzern zur Verfügung: www.heimfinder.nrw.de.

 

Foto (Montage): © Halfpoint, AdobeStock; Thomas Reimann (Montage)

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