Forschungen nach neuen Corona-Medikamenten laufen auf Hochtouren

Zeitgleich zu den Forschungen nach Impfstoffen gegen das Corona-Virus, wird von Pharma-Unternehmen auch nach Medikamenten geforscht.

Trotz enormer Anstrengungen und Zeitdruck hält es der Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) für unwahrscheinlich, dass schon 2020 ein Serum für Massenimpfungen zur Verfügung steht. Deshalb richten sich die Hoffnungen darauf, dass es schneller gelingt Medikamente zu entwickeln. Mit der therapeutischen Zielsetzung, dass die von dem Virus ausgelösten körperlichen Beschwerden nicht lebensbedrohend werden und relativ schnell wieder abklingen.

Die Hoffnungen konzentrieren sich dabei insbesondere auf Medikamente, die schon zugelassen sind oder sich zumindest in Entwicklung befinden. Diese müssten dann nur umfunktioniert werden, was bedeutend schneller geht als eine Neuentwicklung.

Schon jetzt werden eine Reihe von Medikamenten auf ihre Eignung überprüft. Sie sind in der Regel in drei Gruppen aufgeteilt:

Antivirale Medikamente

Schon vorhandene Substanzen gegen HIV, Ebola, Hepatitis, Grippe, SARS oder MERS. Sie sollen die Vermehrung der Viren blockieren und verhindern, dass sie in Lungenzellen eindringen. Im Zuge dessen wird auch ein altes Malaria-Medikament geprüft, dessen Wirksamkeit gegen Viren erst vor kurzem entdeckt wurde.

Immunmodulatoren

Medikamente, die ursprünglich gegen Rheuma, Arthitis oder entzündliche Darmerkrankungen entwickelt wurden. Sie sollen die Abwehrreaktionen des Körpers so begrenzen, dass diese nicht noch mehr Schaden anrichten als der Virus selber.

Medikamente für Lungenkranke

Schon vorhandene Medikamente gegen z.B. eine Lungenfibrose. Sie sollen verhindern, dass die Lunge der Patienten das Blut nicht mehr mit genug Sauerstoff versorgen kann.

Hier nur ein kleiner Auszug der laufenden Projekte:

  • Remdesivir
    Ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt (gegen die es sich nicht bewährt hat), zeigte es im Labor aber Wirksamkeit gegen MERS-Viren. Nun erprobt man die Wirksamkeit gegen das Corona-Virus.
  • Leronlimab
    Entwickelt gegen HIV und Brustkrebs, Nun ist eine Studie zu Corona beantragt.
  • Lopinavir
    Ein HIV-Medikament, dass in China zur Therapie von Hepatitis-B verwendet wird.
  • Camostat
    Eigentlich kein antiviraler Wirkstoff, sondern ein Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Deutsche Forscher hatten allerdings festgestellt, dass der Wirkstoff das Eindringen von Corona-Viren in die Lungenzellen hemmt.

Zeitgleich gibt es natürlich weitere Projekte zur Neuentwicklung von Medikamenten. Die Frage nach der Schnelligkeit bleibt unbeantwortet. Jedes einzelne Medikament muss überprüft werden, ob es sich für die Behandlung von Corona-Patienten eignet. Das gilt auch für Medikamente, die schon für andere Erkrankungen zugelassen oder erprobt sind.

Die Zulassungsbehörden haben aber schon signalisiert, dass sie diese Verfahren mit Priorität bearbeiten werden. Zusätzlich haben sich einige große Pharmaunternehmen angeboten, hauseigene Studien, Erfahrungen und Laborergebnisse zu Verfügung zu stellen.

 

Foto: © s_l, AdobeStock

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