Forscher aus USA und Großbritannien fordern Herden-Immunität ohne Impfen

Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland hat erstmals den Wert von 10.000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten 11.287 Fälle.

Was gerade in Deutschland stattfindet, ist der Beginn einer gebremsten Herdenimmunität. Um diese durch Infektionen entstehen zu lassen, brauch es unter gleichen Schutzmaßnahmen rein rechnerisch bei 10.000 Infektionen pro Tag und ca. 50 Millionen Infizierter 5000 Tage. In der Praxis wohl eine bedeutend kürzere Zeit, weil immer mehr Infizierte immer mehr andere Menschen anstecken.

So wurden auch in jüngster Zeit immer mehr Stimmen laut, Risikogruppen sollten isoliert werden um dann eine kontrollierte Durchseuchung stattfinden zu lassen.

Der Virologe Drosten und etliche Kollegen stellen sich entschieden gegen dieses Modell, den Schutz gefährdeter Menschen in den Vordergrund zu stellen und die Corona-Beschränkungen aufzuheben. Dieses Vorgehen wäre unethisch und hochriskant.

Eine Durchseuchung durch Infektionen würde zu einer eskalierenden Zunahme an Todesopfern führen, schreiben die Virologen der Gesellschaft für Virologie (GfV) mit Sitz in Heidelberg.

Es gäbe selbst bei strenger Isolierung älterer Menschen noch weitere Risikogruppen, die viel zu zahlreich, zu heterogen und teilweise auch unerkannt seien, um effektiv abgeschirmt werden zu können.

Zu diesen gefährdeten Gruppen gehören Übergewicht, Diabetes, Krebserkrankungen, Niereninsuffizienz, Lungenerkrankungen, Lebererkrankungen, Schlaganfall, Transplantationen und Schwangere.

Zudem wäre bisher noch unbekannt, wie lange eine Immunität nach einer Infektion anhält.

Die Virologen der GfV beziehen sich in einer Stellungnahme auf die sogenannte Grat-Barrington-Erklärung, die drei Forscher aus den USA und Großbritannien verfasst haben. Die Wissenschaftler fordern, die meisten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie einzustellen. Dafür solle man sich auf den Schutz gefährdeter Gruppen konzentrieren, und im selben Zuge eine Herdenimmunität ohne Impfstoff und impfen aufzubauen.

Laut der eigenen Website haben bereits viele Hunderttausend Menschen die Erklärung unterzeichnet.

Den Forderungen des Trios haben sich inzwischen andere Forscher und Ärzte angeschlossen. Und haben auch das Institut für klinische Epidemiologie der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zu einer Stellungnahme veranlasst.

Professor Martin Eichner äußerte sich im ARD-Faktenfinder: „Natürlich wäre es gut, wenn wir die besonders gefährdeten Personen vor einer Infektion schützen könnten. Während der Rest der Bevölkerung eine – hoffentlich – leichte Infektion ohne Spätfolgen durchlebt“.

Probleme sieht Prof. Eichner allerdings zum Beispiel in Haushalten, wo mehrere Generationen zusammen leben. „Gerade, wenn die Infektion sich in den jüngeren Altersgruppen stärker ausbreitet, sollte dies dazu führen, dass Risikopatienten in solchen Haushalten noch schneller infiziert werden als in Alten- und Pflegeheimen“.

 

Foto © Paul Stock, AdobeStock

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