Feuerwerk zu Silvester – alles verbieten nur das nicht?

Die Regierung der Niederlande hat aufgrund der Corona-Pandemie vor einer Woche ein Feuerwerksverbot zu Silvester ausgesprochen.

Und damit auch eine Diskussion in Deutschland ausgelöst. Allen voran der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG), Rainer Wendt. Er äußerte sich gegenüber der BILD-Zeitung: „Das Silvesterfeuerwerk muss in diesem Jahr ausfallen“. Zum Feuerwerk gesellten sich rasch Alkohol, Personengruppen und Partystimmung – und genau das sei zu Corona-Zeiten nicht angesagt.

In das selbe Horn stößt der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kufffer: „Silvesterböllerei und Feuerwerk müssen verboten werden“.

Die Polizeigewerkschaft (GdP) hält eine Kontrolle der Verbote in der Silvesternacht für praktisch nicht durchführbar.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) lehnt ein solches Verbot bisher ab. Auch der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Stephan Mayer, plädiert für Abstandsregeln und Maskenschutz.

Auf Länderebene gibst es unterschiedliche Ansichten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verweist auf das ohnehin schon gültige Verbot von Feiern.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) spricht sich ebenfalls gegen Böller und Raketen aus. „Ich wünsche mir das es Silvester ebenso ruhig ist wie am Halloween“.

In Baden-Württemberg will man die Entscheidung über ein Feuerwerk den Kommunen überlassen.

Ähnlich in Schleswig-Holstein, wo man ein Verbot der Böllerei an angemessenen Orten in die Hand der Städte gibt.

Der Deutsche Städtetag hält hingegen ein generelles Verbot für falsch. Das örtliche und regionale Infektionsgeschehen sei zu unterschiedlich, um ein flächendeckendes Verbot auszusprechen.

Ganz andere Sorgen macht sich der Verband der pyrotechnischen Industrie. Ein diesjähriges Verbot würde die Branche mit größter Wahrscheinlichkeit in die Insolvenz treiben. Und malt gleichzeitig ein Horror-Szenario an die Wand. Bei einem diesjährigen Verbot wäre das Feuerwerk dann ein für alle Mal in Deutschland nicht mehr vorhanden.

 

Anmerkung der Redaktion:

Nach Schätzungen des Verbandes der pyrotechnischen Industrie wurde zu Silvester 2019 rund 122 Millionen Euro für Böller und Raketen ausgegeben.

Nach einer Umfrage von YouGov und Statista sind 61 Prozent der Deutschen für ein Verbot der Knallerei in Innenstädten, 43 Prozent sind für ein komplettes Verbot.

 

Foto © htpix, AdobeStock

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