Ein Blick in die Corona-Glaskugel zeigt Menschen aufgeteilt in Gruppen

Kommentar von Wolfgang Große Westermann:

Ein Blick in die nahe Zukunft eröffnet einen Ausblick in ein Szenario, in dem – mit Beginn der Corona-Impfungen – nicht nur Maß nahmen angeordnet werden, sondern Menschen in Menschengruppen aufgeteilt werden. Ich bezeichne sie mal als A-B-C-D-E.

A : Geimpfte Personen

B . Personen die behaupten geimpft zu sein (ohne Ausweis bzw. Eintrag nicht zu identifizieren)

C : Personen mit bereits überstandenen Infektionen

D : Personen die behaupten eine Infektion überstanden zu haben (ebenfalls ohne Ausweis bzw. Eintrag nicht zu identifizieren)

E . Personen die offen und ehrlich zugeben, weder geimpft zu sein, noch eine Infektion überstanden zu haben (haben nach meiner Einschätzung in Zukunft die „Arsch-Karte“)

 

Die Politik sieht anscheinend ein ähnliches Bild beim Blick in die Corona-Glaskugel:

Schon jetzt wird über die Einführung eines Impf-Ausweises speziell für Corona diskutiert. Bisher allerdings ohne vertretbare Lösung bzw. Entscheidung

Ein Immunitäts-Ausweis ist eine Bescheinigung, die Betroffene nach einer überstandenen Infektion mit dem Corona-Virus erhalten könnten. Menschen werden getestet und das Ergebnis dokumentiert.

Dieser Ausweis könnte bereits getesteten Menschen ein Stück mehr Freiheit im aktuellen Corona-Geschehen geben. Wieder normal Altenheime besuchen oder nach Belieben verreisen.

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte sich schon im Mai für solch eine Dokumentation ausgesprochen. Allerdings mit erheblichen Widerstand in der Folge. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kleber (SPD) warnte vor diesem Umgang mit sensiblen Daten. Es bestünde unter anderem die Gefahr, dass solch ein Ausweis Voraussetzung für einen neuen Arbeitsplatz sein könnte.

SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Schäfer warnt davor, das es wegen dieses Ausweises zu Diskreminierungen jener Bevölkerungsgruppen kommen könnte, die eben diesen Ausweis nicht besitzen.

Daraufhin strich Spahn diesen Passus aus dem im Mai beschlossenen zweiten Pandemiegesetz. Dennoch hält er an seiner Idee fest und bat den Ethikrat um eine Stellungsnahme.

Der einberufene Ethikrat lehnte in einer Stellungnahme am 22. September solch einen Ausweis aus praktischen, ethischen und rechtlichen Gründen vorerst ab.

Durch die Einführung solcher Ausweise könnte es zu einer Zweiklassengesellschaft kommen. Zudem würde der Anreiz entstehen, sich als junger gesunder Mensch mutwillig zu infizieren, um durch diesen Ausweis Vorteile zu ergattern.

Es sei verfassungsrechtlich bedenklich, je nach Immmunität-Standard bestimmte Rechte zuzuweisen. Sei es nun Arbeitsplatz oder Veranstaltungen.

Ein Blick in die Zukunft löst schon jetzt neue Diskussionen los. Beginnen Impfungen, muss entschieden werden ob auch eine Impfung in solch einen Ausweis eingetragen werden müsste.

Foto © Rainer Fuhrmann, AdobeStock

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