„Eilige Arzneimittel“ unter Corona-Auflagen – Tour de France paradox

Jahrelang hat man mit großer Ehrfurcht und Anerkennung beobachtet, wie junge Männer mit dem gleichen Tempo einen Berg bis in die Alpenregionen hinauf fahren, mit dem wir Normal-Radfahrer den selben Berg hinunter fahren.

Die simple Erklärung dafür zeigt sich seit 20 Jahren in stetigen Doping-Vorfällen innerhalb der Radsport-Szene. Seit 1998 verzeichnet Statista (deutsches Portal für Statistik) eine beachtliche Anzahl von Dopingfällen bei der Tour de France. 29 % der Teilnehmer, 47 % der Top-10 Fahrer und 60 % der Gewinner sind positiv auf Doping getestet worden. So dass man getrost den Aufkleber „Eilige Arzneimittel“ auf den Tross der Rennradfahrer heften könnte.

Das alles ohne Auswirkungen auf den Betrieb der Tour de France. Keine Absage der Veranstaltung, keine Suspendierung eines ganzen Teams.

Das Corona-Virus installiert da weitaus strengere Regeln. Der Radsport-Weltverband UCI hat vor dem Beginn der Rundfahrt eine Regelung erlassen, wonach ein Team von der Tour de France ausgeschlossen wird, wenn binnen sieben Tage zwei Fahrer positiv auf Corona getestet wurden.

Stellt sich eine Frage und ergibt sich eine Randbemerkung:

Frage:

Darf ein Team also weiter fahren, wenn zwei Doping-Fälle vorliegen aber kein Corona-Fall ?

Randbemerkung:

Einen schweren Krankheitsverlauf traut man dem Virus ja wohl nicht zu, wenn es eines Tests bedarf, um einen Rennradfahrer während einer Mammut-Rundfahrt von dem Sattel zu holen.

 

Foto: © NikonSteff, AdobeStock

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