OB-Wahl 2020: Pro Hamm nominiert Dr. Cevdet Gürle

Dr. Cevdet Gürle wurde 1977 als zweitjüngstes Kind einer siebenköpfigen Familie geboren. Seine Eltern kamen als sogenannte “Gastarbeiter” Ende der 1960er Jahre aus der Türkei nach Deutschland. Sein Vater arbeitete über 30 Jahre im Bergbau, seine Mutter kümmerte sich um Haushalt und Kinder. Cevdet Gürle lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Hamm und fühlt sich deswegen als waschechter Hammenser.

Hamm.NEWS hat mit ihm gesprochen:

Was treibt Sie an?

Meine Motivation 2009 in die Kommunalpolitik einzutreten, war die Liebe zu meiner Stadt. Hamm ist meine Heimat.

So sehe ich es als eine Selbstverständlichkeit und als eine Bürgerpflicht an, teilzuhaben am politischen Leben, um die zahlreichen Anregungen und Vorstellungen aus der Bürgerschaft, die an mich herangetragen werden in konkrete politische Arbeit umzusetzen.

Die soziale Ungleichheit hat sich auch in Hamm in den letzten zwanzig Jahren zementiert. Wir dürfen als Stadtgesellschaft nicht hinnehmen, dass die soziale Herkunft entscheidet über den Status einer Person.

Was zeichnet Sie aus?

Wenn ich was anfange, ob dies in Sport oder der Politik ist, mache ich das ganz oder gar nicht.

Ich bin kein Freund halber Sachen und so übe ich das Ratsmandat zwar ehrenamtlich aus, aber es ist nicht unüblich, dass ich wöchentlich neben dem Berufsalltag und der Familie 15-20 Stunden in die Pro Hamm-Tätigkeit investiere.

Ich bin ein kritisch-reflektiver Mensch und mit diesem Blick betrachte ich die Stadtpolitik und nehme auch keine Hand vor dem Mund. Manch einer mag es nicht gerne hören, wenn man Tacheles redet, aber Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit ist für mich das A und O in der lokalen Politik. Ich würde mich zugleich als hartnäckig bezeichnen. Die Stadtregierung mag es nicht gerne hören, wenn ich den Finger immer wieder in die offene Wunde setze. Das ist aber genau die Aufgabe einer konstruktiven Opposition.

Wie werden Sie dem amtierenden Amtsinhaber entgegentreten?

Wir brauchen eine klare Vision wohin sich Hamm 2030 bewegen soll. Der Oberbürgermeister hat in den letzten 21 Jahren mit Sicherheit nicht alles falsch gemacht, aber die letzte Dekade hat deutlich gemacht, dass Hamm bei Zukunftsthemen wie Mobilität, Digitalisierung oder Bildung immer noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen ist. Wir müssen Probleme offen benennen und gemeinsam mit den Menschen in den Wohnquartieren, die ihre Stadt besser kennen als das Stadtoberhaupt, Lösungen entwickeln, die sich am Gemeinwohl orientieren.

Wir benötigen eine lebendige politische Debattenkultur, die leider unter der „Regentschaft“ von Hunsteger-Petermann stark gelitten hat. Widerspruch ist nicht erwünscht. Die politischen Gremien, ob nun die Ausschüsse, die Bezirksvertretungen oder der Rat sind zum reinen Abknickverein der Rathausspitze geworden.

Über Dr. Cevdet Gürle

Dr. Cevdet Gürle hat das Studium in Politikwissenschaft, Alte Geschichte und Neuere und Neueste Geschichte 2003 mit dem Magisterabschluss erfolgreich beendet und im direkten Anschluss seine Promotion begonnen. Seine Doktorarbeit hat er im Fach Politikwissenschaft zum Zypernkonflikt geschrieben. Als er 2005 von der Bezirksregierung das Angebot bekam als “Quereinsteiger” in den Schuldienst zu gehen, hat er das genutzt und sich damit gegen eine universitäre Laufbahn entschieden. Nach dem Referendariat von 2005 bis 2007 am Beisenkamp-Gymnasium und seiner ersten Stelle in Hagen ist er nach einer einjährigen Pause durch die Elternzeit seit dem Schuljahr 2012/13 am Ernst Barlach Gymnasium in Unna als Lehrer für die Fächer Sozialwissenschaften, Politik/Wirtschaft und Geschichte tätig.

Cevdet Gürle ist seit seiner Kindheit tief verwurzelt in Hamm und ist bis heute in mehren Vereinen als Mitglied aktiv. Im Besonderen liegt ihm aber der Sportverein Taekwondo Herringen e.V. am Herzen, den er als Vorsitzender seit der Gründung 2007 leite. Hier trainieren mehr als 250 Kinder und Jugendliche aus zahlreichen Nationen zusammen. “Der Sport zeigt, dass Integration und Akzeptanz von Anderssein möglich ist. Man muss es nur vorleben und ermöglichen.”, sagt Gürle.

 

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Foto: © Arn Schiffner

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