Digitaler Schulstart: Schülerinnen und Schüler schauten in die Röhre

Noch Ende letzten Jahres wurde gerätselt: „Wie geht es nach den Ferien weiter? Öffnen die Schulen teilweise, oder wird rein auf Distanz unterrichtet?“

Die Auflösung kam bereits vor dem Ferienende und die Hammer Schülerinnen und Schüler wurden über den Corona bedingten digitalen Schulstart nach den Weihnachtsferien informiert. Heute war es dann so weit.

Was verbirgt sich hinter dem digitalen Distanzunterricht?

Der digitale Distanzunterricht – oder neudeutsch „Home-Schooling“ – verfolgt das Ziel, Kontakte zu vermeiden. Lehrer unterrichten auf der einen Seite der Datenautobahn, Schüler lernen auf der anderen. Der digitale Unterricht funktioniert eigentlich auch ganz einfach. Die Lehrerinnen und Lehrer nutzen digitale Plattformen, um mit ihren Schülern und Schülerinnen zu interagieren. Aufgaben werden in den Homelearning-Plattformen veröffentlicht und die Ergebnisse nach Erledigung digital an die Unterrichtenden übermittelt. Videokonferenzsysteme ermöglichen die persönliche Ansprache und den Dialog mit Gruppen und einzelnen Schülern.

Beim Homeschooling wird von allen Beteiligten einiges abverlangt. Von den Schülerinnen und Schülern Disziplin und die Bereitschaft zur eigenständigen Arbeit, von den Eltern Geduld und aktive Unterstützung und von den Lehrenden Digitalkompetenz und Flexibilität bei der Neuaufbereitung des Unterrichtsstoffes.

Der heutige Schulstart hat vor allem eins gezeigt: Bei der technischen Infrastruktur (sprich Internetverbindungen) und der digitalen Ausstattung der Schulen und Haushalte ist noch viel Luft nach oben.

Durch den massiven Nutzeranstieg am heutigen Montag wurden nicht nur die Bandbreite der Internetzugänge beansprucht, sondern auch die Serverstrukturen der Portalbetreiber. So stand bereits in den ersten Schulstunden fest, dass z. B. anberaumte Videokonferenzen aufgrund technischer Probleme nicht stattfinden können. Bundesweit betroffen waren die Homescholling-Plattformen iServ und Moodle.

Netzwelt.de berichtet von Moodle-Ausfällen in Baden-Württemberg, die gem. Stellungnahme des Schulministeriums BW nur 200 von 4.500 Schulen betroffen haben soll. Softwarebereiche sollen dort auf neue leistungsstärkere Server ausgelagert werden. Ähnliche Probleme gab es zum Jahresbeginn auch in Rheinland-Pfalz. Die Landesregierung nannte laut Netzwelt einen Hackerangriff auf die Moodle-Server als Ursache. Netzwelt hat einen Störungsmelder für Moodle eingerichtet.

Auf Hamm.NEWS-Anfrage heißt es aus dem Schulministerium NRW, dass dort eine dauerhafte Überwactung der LOGINEO NRW-Produktfamilie (z. B. Moodle) betrieben wird und  dass ständig bedarfsgerechte Anpassungen der Serverkapazitäten stattfinden. Die Betriebsdaten würden auf einen stabilen Betrieb hinweisen, die Anzahl der angemeldeten Schulen und der Nutzenden in den Systemen sei zum Wochenbeginn aber nochmals deutlich angestiegen. Nutzeranfragen im Support würden eine intensive Nutzung durch die Schulen aufzeigen, grundlegende technische Probleme seien aktuell jedoch nicht bekannt. Bei der hohen Anzahl angemeldeter Schulen können Probleme in Einzelfällen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Aktuell würden die Systeme der LOGINEO NRW Produktfamilie (Moodle und andere) stabil und leistungsfähig laufen. Das Ministerium für Schule und Bildung hat mit Blick auf den heute begonnenen Distanzunterricht in Anbetracht der Pandemiesituation die Intensität der laufenden Überwachung nochmals erhöht und beobachtet das weiter.


Kommentar

Die Corona-Pandemie ist DER Digitalisierungsbeschleuniger schlechthin.

Primär zu beobachten bei sich verändernden Businessprozessen, im E-Commerce, der Kommunikation und dem E-Learning.

Neue Techniken und veränderte Anforderungen bringen immer auch Aufregung und „Stress“ mit sich. Auch wenn es derzeit technisch oder bei der Einführung neuer Arbeitsweisen hakt, sollten wir die aktuelle Lernphase gelassen und neugierig (mit)erleben. In einigen Monaten werden wir viele digitale Möglichkeiten in unseren privaten, schulischen und beruflichen Alltag übernommen haben und deren Vorzüge nicht mehr missen wollen.

Außerdem werden wir zu den Erkenntnissen kommen, dass wir weder Angst vor der Digitalisierung haben müssen, noch dass die Digitalisierung ein allumfassender Heilsbringer ist. Der Mix macht’s – wie bei so vielen anderen Themen auch. Wir müssen lernen, die neuen technischen Möglichkeiten zu nutzen, um unser reales Leben zu verbessern.

Foto © xalanx, AdobeStock

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