Diesmal wird der König geopfert, nicht der Bauer

Kommentar von Wolfgang Große-Westermann

In das Ebenbild von Clemens Tönnies wird momentan das Gesicht der deutschen Fleischwirtschaft projiziert.

Tönnies ist nicht „die“ deutsche Fleischwirtschaft. Er ist nur ein Teil davon. Wenn auch der wichtigste, der mächtigste, und der einflussreichste. Einfluss in den eigenen Reihen, aber auch Einfluss außerhalb der Fleischindustrie in Bereiche, wo der Einfluss eines Großindustriellen nichts verloren hat.

Wer Einfluss hat, kann ihn benutzen. Gerade dann, wenn Missstände vorhanden sind, sollte man ihn nutzen.

Tönnies ist nicht der einzige Betrieb mit Corona-Infektionen, nicht der einzige mit Fremdarbeitern, und nicht der einzige wo gegen Tierschutzrecht verstoßen wird. Aber der Betrieb, wo jedes dritte Schwein in Deutschland sein Leben lässt.

Clemens Tönnies hat eine Vorreiterrolle, er bestimmt Richtung und Geschwindigkeit. Er ist nicht das Gesicht der Fleischindustrie, aber Tonangeber und Wegweiser dieses Wirtschaftsriesen.

Unter dieser Regie ist die Fleischindustrie zu dem kranken Moloch geworden, wie sie sich gerade präsentiert. Das kann man Clemens Tönnies sehr wohl vorwerfen.

 

Foto: © davit85, AdobeStock

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