Dienstreisen des Bundes zu Corona-Zeiten – ein Erwachsener und ein Sicherheitsabstand

Dienstreisen von Bundesbeamten sollen wegen Corona vermieden werden. Nach dpa-Informationen liegt die Zahl dieser Reisen zurzeit um rund 70 Prozent unter dem Niveau des vergangenen Jahres.

Doch auch die verbliebenen Ausflüge sollen sicherer werden. Behörden und Ministerien des Bundes sollen ihren Mitarbeitern für Dienstreisen zwei Plätze buchen – damit der Nebenplatz frei bleibt.

Diese Regelung soll auch für Flugreisen gelten. Da könne ein Mittelsitz dazu gebucht werden. Darüber hinaus empfiehlt der Bund seinen Mitarbeitern ein Auto, die Nutzung eines Mietwagens könne anerkannt werden.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte schon im Vorfeld von diesen Plänen berichtet. Unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesinnenministeriums an Oberste Bundesbehörden.

Für Bahnfahrten soll ein zusätzlicher Nachbarplatz nicht nur reserviert, sondern auch gebucht werden. Dies solle im Sinne des Infektionsschutzes einen größeren Abstand zum Nachbarn gewährleisten. Diese Erstattungsmöglichkeit soll demnach im Bundesreisekostengesetz zunächst befristet bis Ende März festgelegt werden.

Der Haken bei der ganzen Sache: Das ist gar nicht so einfach möglich, wie die Bahn auf Anfrage von dpa erklärte. In den Beförderungsbedingungen heißt es, der Anspruch auf einen Sitzplatz erlöscht 15 Minuten nach Abfahrt, wenn der Platz nicht eingenommen wird. Das gilt für Reservierungen ebenso wie für Fahrtkarten.

Dieses ganze Vorhaben passt auch überhaupt nicht zu den wiederholten Aussagen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der ausdrücklich betont, dass die Bahn kein Hotspot-Risiko darstellt. Auch eine grundsätzliche Reservierungspflicht für Reisende lehnt er ab. Sein Ministerium stellte auch auf dpa-Anfrage klar, dass keine Doppelbuchungen für Mitarbeiter geplant sind. Entsprechende Anfragen von Beschäftigten seien bisher abgelehnt worden, „da Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln kein erhöhtes Infektionsrisiko darstellen“.

Die Bahn selber teilte heute mit, dass sich das ganze Problem zur Zeit sowieso nicht stellt, da die Fernzüge derzeit nur zu rund 20 Prozent ausgelastet seien. Das würde bedeuten, vier von fünf Sitzplätzen sind normalerweise frei. Zusätzlich achtet das Zugpersonal auf eine gleichmäßige Verteilung der Fahrtgäste im Zug.

 

Foto © goodluz, AdobeStock

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