Die Schäfer füttern und locken die Herde – Wahlkampf in Deutschland

Kommentar von Wolfgang Große-Westermann.

Das Wahlrecht ist ein hohes Gut der Demokratie. In vielen Ländern der Welt kämpfen Menschen auch heute noch um dieses Privileg.

Trotzdem bin ich Nichtwähler. Wenn man mich fragt warum, antworte ich stets mit dem selben Spruch:

„Alle 4 Jahre rennt irgendein Kommunalpolitiker oder einer seiner Mitstreiter mit einer Tafel Schokolade oder einer Rose auf dem Wochenmarkt hinter mir her, dass ich ein Kreuz für ihn machen soll. Habe ich dann dieses Kreuz abgeliefert, soll ich wieder 4 Jahre meine Klappe halten“.

Anders gesprochen – ich möchte nicht als Schaf enden.

Wahlkampf zielt auf den Personenkreis in der Bevölkerung, die sich nicht ausdrücklich und permanent mit dem politischen Geschehen beschäftigen. Personen, die dieses sehr wohl machen, brauchen keinen Wahlkampf.

Daraus resultiert das Prinzip einer Schafherde. Der Bürger wird kurz vor den Wahlen gefüttert. Gefüttert mit kurzen Statements zu den vermeintlichen Zielen. Bei einigen Wahlkampf-Strategien erzeugt es auch den Eindruck, das man mehr anlockt als füttert.

Unmittelbar nach der Stimmabgabe verfällt der Bürger in die Rolle eines Zuschauers. Die Schafe gruppieren sich zur Herde. Von den Personen geführt und gelenkt, die mehrheitlich als Schäfer gewählt wurden.

Die Herde wird, nehmen wir das Corona-Beispiel, in Gatter gedrängt, sprich Maßnahmen und Verordnungen, um sie dann nach und nach wieder aus den selbigen zu entlassen.

Als Eigenverantwortung und Widerspruch bleibt blöken, siehe die Corona-Demos in Berlin.

Diese Form der Politik erzeugt diese Form des Wahlkampfes. Und dieser Wahlkampf führt letztendlich zu dieser Praxis unserer Demokratie.

Mangelnde Möglichkeit zum Mitwirken und Mitentscheiden führt zur Interessenlosigkeit.

In der Schweiz ist das Instrument der Volksabstimmung ein wichtiges Element der „direkten Demokratie“, und somit auch des politischen Systems dieses Landes. Über eine einfache Volksinitiative können Stimmberechtigte über den jeweiligen Vorschlag abstimmen.

In Deutschland können Volksentscheide ausschließlich durch ein Volksbegehren angestoßen werden. Allerdings nicht zu allgemeinen Themen, sondern lediglich zur Neugliederung des Bundesgebietes. Auch dieses ist in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erst acht Mal geschehen.

Es gibt lediglich auf kommunaler Ebene die Möglichkeit eines Bürgerbegehrens. Die Hürden dafür sind allerdings recht hoch. Zur Einreichung muss ein solches Begehren die Unterschriften eines bestimmten Anteils der Wahlberechtigten haben. Bei z. B. 30.000 Stimmberechtigten, müssten in diesem Falle schon mindestens 6000 Unterschriften eingereicht werden.

 

Foto © foto-aldente, AdobeStock

1 Kommentar
  1. Frank Mattern

    Da wäre ich mal nicht gar so skeptisch. Immerhin kannst du mit deiner Stimme dazu beitragen, dass zu alte Schäfer aufhören müssen. Wenn sie dann ihre Hütehunde mit in die Rente nehmen, macht mich das als Schaf nicht unbedingt glücklich, aber ein wenig Spaß hätte ich schon.

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