Silvester ohne Feuerwerk: Entzug von Lebensfreude oder Sieg der Vernunft?

In dem ersten Entwurf der Ministerkonferenz zum Corona-Gipfel war ein Verkaufsverbot von Silvesterfeuerwerk enthalten. Im endgültigen Entwurf dann nicht mehr.

Genau das hatte der Deutsche Tierschutzbund befürchtet. Er hat zeitgleich vor einer halbherzigen Einigung zum Silvesterfeuerwerk gewarnt. Und fordert stattdessen ein komplettes Verbot.

Fordern die jedes Jahr. Tierschutzbund, diese Forderung ist Programm. Jeder Mensch, der einen Hund, eine Katze oder ein Pferd hat, und seine Tiere haben Angst vor Knallen, kann diese Forderung nachvollziehen.

Bei der Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes Haustierregister betreibt, wurden zwischen dem 30. Dezember 2018 und dem 1. Januar 2019 mehr als 630 entlaufende Tiere gemeldet. An diesen drei Tagen allein schon 416 Hunde.

Das Umweltbundesamt hat errechnet, das jährlich rund 4.200 Tonnen Feinstaub (PM10) durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern frei gesetzt werden, der Großteil davon in der Silvesternacht.

Diese Menge entspricht in etwa 25 Prozent der jährlich durch Holzfeuerungen entstehenden und ca. 2 Prozent der gesamten Feinstaubmenge in Deutschland.

Aktuelle Auswertungen von Luftdaten haben ergeben, dass am ersten Tag des neuen Jahres die Luftbelastung mit Feinstaub so hoch ist, wie sonst im ganzen Jahr nicht.

In Deutschland erleiden jährlich 8.000 Menschen Verletzungen des Innenohrs durch Knallkörper. Rund ein Drittel davon behält bleibende Schäden.

Der Umsatz der pyrotechnischen Industrie schwankt über die Silvestertage zwischen 120 und 130 Millionen Euro.

Das Corona-Virus ist in viele Bereiche vorgedrungen und hat viele Missstände offen gelegt.

Es hat die diffusen Machenschaften im Personalwesen der Fleischindustrie beleuchtet. Es hat den Personalmangel im dringend benötigten Intensivmedizinischen Bereich verdeutlicht.

Aber es hat uns auch gezeigt, das Home-Office eine Alternative ist, und weniger Mobilität mit nicht mehr überfüllten Straßen eine Verbesserung der Luftqualität mit sich bringt.

Vielleicht hätte man mit einem diesjährigen Feuerwerksverbot einmal ein Zeichen zum Nachdenken setzen können.

Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, für die Umwelt, für die Tierwelt.

 


24.11.2020

Die heilige Kuh wird nicht geschlachtet – doch kein Verbot von Silvesterfeuerwerk

Aus dem riesigen Corona-Knäuel aus Verordnungen, Regelungen und Maßnahmen sollen nun doch Silvester-Raketen empor steigen.

Bei der aktuellen Länderkonferenz hat man sich offensichtlich gegenüber anderslautenden Voraussagen auf einen Kompromiss geeinigt. Silvesterfeuerwerk auf belebten öffentlichen Plätzen und Straßen soll demnach nach wie vor untersagt werden. Die betreffenden Straßen und Plätze sollen von zuständigen Behörden vor Ort bestimmt werden.

Es soll allerdings kein grundsätzliches Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk geben. Dafür wird grundsätzlich empfohlen“ auf Feuerwerk zu verzichten.

 

Foto © htpix, AdobeStock

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