USA und Großbritannien sichern sich schon jetzt das Fell des noch nicht erlegten Bären

Die Mainzer Biopharma-Firma Biontech hat zusammen mit Pfizer grünes Licht für den Start einer finalen Studie ihres Corona-Impfstoffes bekommen. Theoretisch könnten so bis Ende 2020 rund 100 Millionen Impfdosen geliefert werden.

Vor wenigen Tagen wurde eine erste globale Studie mit bis zu 30.000 Teilnehmern gestartet. Im Vorfeld hatte Biontech und der US-Partner Pfizer die Erlaubnis der US-Behörden zum Start der Phase-II/III erhalten. Die Probanden sind im Alter zwischen 18 und 85 Jahren und werden an weltweit 120 Studienzentren getestet, unter anderem auch in Deutschland.

Bei einem Erfolg der Testreihe soll schon im Oktober ein Zulassungsverfahren beantragt werden. Bis Ende 2021 sollen nach Planungen der beiden Unternehmen ca. 1,3 Milliarden Impfdosen zur Verfügung stehen. Eine erste Liefervereinbarung besteht schon über 100 Millionen Impfungen mit den USA, weitere 500 Millionen sollen als Nachorderung reserviert werden. Eine zweite solche Vereinbarung gibt es mit Großbritanien.

Eine schon durchgeführte Studie an 60 Personen zeigte im Vorfeld schon positive Ergebnisse. Der Impfstoff BNT162b1 hatte schon bei einer niedrigen Dosierung Antikörper angeregt.

Weltgesundheitsorganisation hält eine flächendeckende Corona-Impfung ab Mitte 2021 für möglich

Seit Monaten wird auf der ganzen Welt nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus geforscht. Nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden wohl mehrere Impfmedikamente recht zeitgleich auf den Markt kommen. Im selben Atemzug werden allzu große Erwartungen jedoch gedämpft. Nach derzeitigen Prognosen der WHO wird wohl kein Impfstoff die durchschlagende Wirkung erzielen, die Pandemie mit einem Schlag einzudämmen.

Bisher sind nach Angaben der Organisation bereits mehrere Hundert Stoffe erforscht worden. Lediglich 20 davon sind bis zum heutigen Tage erst an Menschen getestet. Laut der Chefwissenschaftlerin der WHO, Soumya Swamiathan, könnte eine breit gefächerte Imfung bereits ab Mitte des Jahres 2021 erfolgen. Sie sieht die Chancen als relativ hoch, dass zumindest einige der Impfstoff-Kandidaten zu dem erwünschten Erfolg gelangen.

Zeitlicher Ablauf der Impfstoffentwicklung gegen das Corona-Virus der Firma CureVac aus Tübingen:

Anfang Januar 2020 CureVac startet sein Covid-19-Projekt.

Ende Januar 2020
CureVac und CEPI erweitern ihre Zusammenarbeit zur Entwicklung eines Impfstoffes. Die Kooperation beinhaltet eine Finanzierung durch CEPI von ca. 8,3 Millionen US-Dollar.

März 2020
CureVac wählt aus mehreren Konstrukten die geeigneten Impfstoffkandidaten aus. Parallel dazu koordiniert das Unternehmen zur beschleunigten klinischen Entwicklung ein Programm mit dem deutschen Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Zudem wird der Kontakt mit europäischen Gesundheitsbehörden aufgebaut. Zwei Studienzentren zur Durchführung der klinischen Tests werden identifiziert. Die Europäische Kommission hat 80 Millionen Euro an finanzieller Unterstützung angeboten.

Mai 2020
Das Unternehmen gibt bekannt, dass ein Impfstoffkandidat positive Ergebnisse bei niedriger Dosierung zeigt.

Juni 2020
CureVac erhält von deutschen und belgischen Zulassungsbehörden grünes Licht zum Start der klinischen Phase 1.

Herbst 2020
Abhängig von den Daten der Phase 1 geht CureVac davon aus, die klinische Phase 2 mit einer signifikanten Anzahl von Teilnehmern starten zu können.

Die CureVac AG mit Sitz in Tübingen ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Erforschung und Entwicklung von Arzneimittel auf der Grundlage eines Botenmoleküls spezialisiert hat. (Quelle: Wikipedia)

Foto: © s_l, AdobeStock

Kommentieren

Aktuelle Beiträge

Russland bringt Corona-Impfstoff aus dem Schnellkochtopf auf den Markt
13. August 2020
Täglich neue Corona-Fälle in Hamm – auch wieder ein Patient auf der Intensivstation
13. August 2020
Corona-Schutzverordnung fordert 150 Euro Bußgeld – mit einer Ausnahme
12. August 2020
Das Tragen von Mundmasken bei hohen Temperaturen ist nicht ohne Probleme
11. August 2020
Stadtwerke Hamm bieten ab sofort Online-Reservierung für die Freibäder an
11. August 2020

Wir möchten Sie über aktuelle Beiträge per Push-Nachricht informieren.