Deutsche Lungenstiftung: Schützt eine Mundmaske vollkommen vor Corona?

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus tatsächlich verringert.

Stattdessen könne das Tragen einer Maske auch ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Das wiederum könne dazu führen, dass zentrale Hygienemaßnahmen vernachlässigt werden.

Ursprünglich einmal hatten diese Masken den Zweck, die Mitmenschen davor zu schützen wenn der Träger selbst eine Infektion hat. Sogenannte chirugische Masken sollen dafür sorgen, dass aus dem Atemtrakt des Chirugen keine möglicherweise infektiösen Tröpfchen in das Operationsgebiet gelangen.
Insofern mache es z.B. Sinn, als Grippekranker eine Maske zum Schutz anderer Menschen zu tragen.

Laut Ausführungen von Prof. Köhler darf diese Atemschutzmaske dann allerdings keine Ventile enthalten. Auch müsse man auf den korrekten Sitz dieser Maske achten, damit Erreger nicht seitlich eindringen können. Zudem sollte der Mundschutz, je nachdem wie viel man spricht, mindestens zwei bis dreimal täglich gewechselt werden.

Wenn man von einem Menschen direkt angehustet oder angeniest wird, können Mundmasken zwar einen Großteil der Tröpfchen abfangen, ein hundertprozentiger Schutz besteht allerdings nicht. Um Infektionsketten zu durchbrechen, müsste bestenfalls jeder beim Sprechen einen solchen Schutz tragen. Ein Tragen des Mundschutzes zu Hause oder beim Spazierengehen wird nicht für notwendig gehalten.

Im Zuge der Sars-Epidemie 2002/2003 haben einige Studien sogenannte Filterpartikelmasken (FFP3-Masken) favorisiert. Das waren aber keine normalen Masken, wie man sie in Asien auf der Straße sieht oder bei uns im OP, sondern spezielle Feinpartikelmasken. Diese Form der Masken seien aber kaum alltagstauglich, weil man damit nicht lange herumlaufen kann. Laut Prof. Köhler schützen diese Masken in der Tat besser, aber auch einfache Mundschutzmodelle können Viren abfangen, vorausgesetzt dass sie dicht schließen.

Denn auch die Ausatmeluft kann Viren enthalten. Genauso wie normale Influenzaviren sind auch Coronaviren in der Ausatmung eines Infizierten nachweisbar. Viren wie Influenza und Corona fliegen nicht vereinzelt in der Luft herum, sondern sind in größere Tröpfchen eingeschlossen, Mediziner bezeichnen dieses als Aerosol. Pro Atemzug können 1000-50.000 solcher Tröpfchen enthalten sein. Beim Husten ist diese Menge um ein Zehnfaches größer.

 

Foto: © WoGi, AdobeStock

Wolfgang Große-Westermann
Author: Wolfgang Große-Westermann

Als Hammer Junge engagiert sich Wolfgang Große-Westermann seit 1980 im Pressewesen. Seinen Schwerpunkt setzt der Journalist auf investigativ, kritisch und recherchehaltig.

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