Der Wunsch nach einer persönlichen Oase im Grünen wächst

In Nordrhein-Westfalen verteilen sich 120.000 Kleingärten auf landesweit 1.600 Kleingartenanlagen.

Insgesamt werden so 5.500 ha bewirtschaftet, das meiste davon im kommunalen Eigentum. Der öffentlich zugängliche Anteil dieser Anlagen liegt bei 30 bis 40 Prozent. In letzter Zeit häufen sich Berichte über einen vermehrten Andrang auf diese im Volksmund „Schrebergärten“ genannten Parzellen.

Grund genug für Hamm.NEWS einmal vor Ort in Hamm diese Entwicklung zu hinterfragen.

Die Corona-Krise hat allerhand Einschränkungen des eigenen Lebens mit sich gezogen. Biergärten, Zoos und Freizeitparks wurden geschlossen. In öffentlichen Grünanlagen herrschte Kontaktverbot. Anwärter auf einen solchen Kleingarten leben üblicherweise in einer Wohnung ohne eigenen Garten. So entstand wohl das Bedürfnis und der Drang nach der eigenen Oase ohne Einschränkungen und Zwänge.

Wir sprachen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Kleingartenanlage Ahsemünde e.V., Dietmar Gahmann.

Seit Anfang Mai verzeichnet er einen Anstieg der Anfragen um 50 %. Es würden praktisch alle 2 Tage telefonische Nachfragen eingehen.

Das Prozedere sieht allerdings vor, dass zu einem Bewerbungsverfahren eine vorherige Mitgliedschaft Bedingung ist. Im Schnitt werden in der Ahsemünde 3 bis 6 Gärten im Jahr neu verpachtet. Liegt die Wartezeit dafür bundesweit manchmal bei bis zu 4 Jahren, kann man in dieser Anlage schon nach rund 6 Monaten in den Genuss seines eigenen Fleckchens Erde kommen.

Der Preis für eine Parzelle schwankt je nach Ausstattung und Bepflanzung zwischen 600 und 4000 Euro. Dietmar Gahmann betont dabei ausdrücklich, dass ein früher einmal recht spießiges Image solcher Anlagen der Vergangenheit angehört.

„Die Zeiten, wo jedes Beet, jeder Baum und jeder Grashalm reglementiert war, sind vorbei. Wir wollen die Kleingartenanlagen zurück zu einer naturnahen
Bewirtschaftung führen.“

 

Foto: © Wolfgang Große-Westermann

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