Der Anstieg der Corona-Zahlen hat nun auch das „Schwedische Modell“ durchgerüttelt

Der schwedische Sonderweg in der Corona-Pandemie ist schnell erklärt:

Risikogruppen schützen, medizinische Versorgungseinrichtungen nicht überstrapazieren, und Virusinfektionen durch Verhaltensänderungen vermeiden. Die Gesundheitsbehörde von Schweden hat die Marschrichtung ausgegeben, man müsse einen Weg finden mit dem Virus zu leben.

Seit Beginn der Pandemie hat sich daran in Schweden nicht viel verändert. Der Staat bittet die Bevölkerung Abstand zu halten, sich regelmäßig die Hände zu waschen und auf unnötige Reisen zu verzichten. Zusammenkünfte mit mehr als 50 Leuten sind nicht gestattet. Es gibt keine Maskenpflicht und alle Schulen sind offen. Die Lockerungen bei Besuchen in Altenheimen wurden nach einigen Infektions-Ausbrüchen wieder rückgängig gemacht.

Seit Beginn der Pandemie sind in Schweden rund 6000 Menschen an dem Virus gestorben. Gemessen an der Einwohnerzahl von 10,2 Millionen mehr als im weltweiten Durchschnitt. 5200 der Verstorbenen waren über 70 Jahre alt. Als Ursache dafür sah man die Arbeitssituation in Altenheimen an, wo der Virus offensichtlich von nicht fest angestellten Mitarbeitern eingeschleppt wurde.

Nach zwischenzeitlicher Stabilisierung des Infektionsgeschehens auf niedrigem Niveau, steigt jetzt auch in Schweden die Zahl der Neuinfektionen. In der vergangenen Woche verzeichnete die John-Hopkins-Universität 4500 neue Infektionsfälle und 16 Todesopfer.

Regionale Schwerpunkte liegen im Großraum von Stockholm und den Regionen Uppsala, Örebro und Jämtland. Dort überschreiten die Infektionen die Zahl 50 pro 100.000 Einwohner und sie wurden ab dem 17. Oktober als Risikogebiet eingestuft.

Sollte dieser Trend anhalten, sind laut der Gesundheitsbehörde auch in Schweden Maskenpflicht und Lockdowns denkbar, allerdings nur lokal begrenzt, etwa in einzelnen Stadtteilen und nicht länger als zwei oder drei Wochen.

 

Foto © Alexi Tauzin, AdobeStock

 

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