Das Corona-Virus – von der Gewöhnung an ein Leben mit Risiko

Die Corona-Infektionszahlen haben sich in fast allen deutschen Städten im zweistelligen Bereich eingependelt.

Maßnahmen und Verordnungen werden stufenweise zurückgenommen, der Weg zurück in ein normales Leben beginnt seinen beschwerlichen Weg. Was bestehen bleibt ist das Bombardement der Medien, die aus einer doppelläufigen Flinte Informationen verbreiten, aber auch Angst erzeugen. Immer wieder werden wir auf die Gefahren dieses Virus hingewiesen. Eine Gefahr, die sich allerdings mittlerweile in der Angst vor einer zweiten Welle, und einer nicht bekannten Dunkelziffer manifestiert hat.

In vielen anderen Bereichen unseres Lebens haben wir uns mit dem Vorhandensein einer permanenten Gefahr arrangiert und gewöhnt. Das Corona-Virus trat zum ersten Mal am 27. Februar 2019 in Deutschland auf. Seitdem verzeichnen wir 184.000 Infektionen und 8600 Todesfälle.

  • In Deutschland gibt es nach aktuellen Schätzungen jährlich bis zu 600.000 Infektionen durch Krankenhaus-Keime. Die Zahl der Todesfälle liegt bei bis zu 20.000 pro Jahr. Laut Statistik erkranken hierzulande jährlich von 100.000 Einwohnern ca. 600 Patienten an diesen Keimen.
  • In dem Winterhalbjahr 2017/2018 hat eine starke Grippewelle nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zu 25.100 Todesfällen in Deutschland geführt.
  • Im Straßenverkehr starben im Jahr 2019 über 3000 Menschen.
  • Jährlich sterben ca. 200.000 Menschen an Krebs, davon ca. 50.000 schon allein an Lungenkrebs.

Bei all diesen Gefahren und Risiken, die sich allerdings ohne große Medienbeachtung lediglich in einem Schwelbrand befinden, zeigen wir kaum Angst.

Deutschland ist europaweit das Land mit der höchsten Quote an Krankenhaus-Keimen, aber gleichzeitig auch das Land mit der größten Bettenzahl pro Einwohner.

  • Fragen wir bei der Anmeldung in einem Krankenhaus nach einer Gefährdung durch Keime ?
  • Lassen wir uns alle und flächendeckend gegen eine Grippewelle impfen?
  • Denken wir über die Gefahren des Straßenverkehrs nach, wenn wir das Auto starten?
  • Gehen wir regelmäßig zu Vorsorge-Untersuchungen gegen Krebs?
  • Würden wir dieses alles machen, wenn sich die Wucht der Medien auf diese Gefahrenquellen fokussieren würden ?

Oder müssen wir nicht einfach akzeptieren und lernen, das mit dem Corona-Virus eine weitere potentielle, und in ihrer Kräftigkeit keine Dimensionen sprengende Gefahrenquelle, hinzu gekommen ist?

 

Foto: © pololia, AdobeStock

Wolfgang Große-Westermann
Author: Wolfgang Große-Westermann

Als Hammer Junge engagiert sich Wolfgang Große-Westermann seit 1980 im Pressewesen. Seinen Schwerpunkt setzt der Journalist auf investigativ, kritisch und recherchehaltig.

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