Das Corona-Virus dringt in verdeckte und verschwiegene Bereiche vor

Am Sonntag hat das Unternehmen Westfleisch begonnen, die gesamte Belegschaft auf Corona zu testen.

Westfleisch beschäftigt n 6 Standorten 2000 festangestellte Mitarbeiter sowie ca. 1500 Werkvertragsmitarbeiter. Das Werk in Coesfeld wurde bereits von der Landesregierung geschlossen, nachdem von 1200 Beschäftigten rund 230 mit Corona infiziert waren.

Das Corona-Virus hatte in den betroffenen Betrieben anscheinend leichtes Spiel. Der Großteil der Werkvertragsmitarbeiter stammt aus osteuropäischen Ländern und lebt in der Regel in Gemeinschaftsunterkünften. Das geschieht allerdings auch in vielen anderen Schlachthöfen, in denen bundesweit 30.000 Osteuropäer Tiere töten und zerlegen. Allein beim Marktführer Tönnies arbeiten mehr als 6000 Personen dieser Nationalität.

Die Unterbringung dieser Menschen drang bisher kaum nach außen. Vom Ein- bis Acht-Bett-Zimmer ist alles vertreten, sagte der NGG-Gewerkschafter Bernhard.

Erste Warnhinweise wurden anscheinend ignoriert. Bereits vor drei Wochen war bei Müller Fleisch in Birkenfeld fast ein Viertel der 800 Mitarbeiter positiv getestet worden. In Bad Bramstedt in einem relativ kleinen Schlachthof 128 Coronafälle.

Die Auswirkungen auf den Preis für Schweinefleisch muss abgewartet werden. Momentan liegt er bei 1,70 Euro pro Kilo und damit so niedrig wie seit Monaten nicht. Die Gründe dafür sind jetzt zum Teil offengelegt worden, durch das massenhafte Auftreten von Corona-Infektionen bei billigen ausländischen Arbeitskräften.

Ein deutscher Facharbeiter im Schlachthof verdient nach Angaben der Gewerkschaft NGG ca. 15 Euro. Die osteuropäischen Vertragsarbeiter in der Regel Mindestlohn plus Akkordzulage, in der Summe aber nur max. 12 Euro.

 

Foto: © industrieblick, AdobeStock

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