Das Corona-Virus beleuchtet den Karneval und legt eine breite Kluft offen

Das Corona-Virus entlarvt und enttarnt.

In jüngster Vergangenheit brachte das Virus Licht in das Dunkel der Machenschaften innerhalb der Fleischindustrie. Hinter dicken Wänden und guter Tarnung verbergen sich unmenschliche Umgehensformen mit Mensch und Tier.

Aktuell lässt es einen Blick in die Szene der Karnevalshochburgen und deren Funktionäre möglich machen.

Es wirkt schon etwas voreilig und verfrüht, wenn sich das Präsidium des Kölner Festkomitees für ein Stattfinden der Karnevalsession 2020/2021 stark macht.

Der Hintergrund dafür ist leicht zu erklären. Karneval ist ein Millionengeschäft mit langfristigen und minutiösen Planungen. Hallenveranstaltungen von November bis Februar, pro Session mehrere Fernsehübertragungen. Musikgruppen und Büttenredner, die teilweise bis zu 5 Auftritte an einem Abend absolvieren.

Das Präsidium Kölner Karneval setzt sich vehement für ein Durchführen dieser Veranstaltungen mit Hygienekonzepten ein.

Allerdings, nur dafür. „Der Straßenkarneval, der Kneipenkarneval, das sind Elemente, die wir uns nicht vorstellen können“.

Man muss jetzt kein großer Jeck sein, um sich nicht von dieser flächendeckenden und leicht anarchistischen Begeisterung anstecken zu lassen, die sich ständig steigert und zu Rosenmontag seinen Höhepunkt erreicht.

Und man muss kein Karnevalsgegner sein, um ein leichtes Schaudern zu verspüren, wenn die Kamera bei den großen Fernseh-Sitzungen einen Schwenk in die ersten Reihen macht.

Honorige, geladene Gäste aus Wirtschaft und Unternehmertum, die werktags wahrscheinlich ein eher Humor sparsames und personalorientiertes Verhalten zeigen.

Und sich nun recht aufgesetzt wirkend Konfetti zuwerfen und versuchen Karnevalslieder mitzusingen, von denen sie offensichtlich den Text nicht kennen.

Es gab eine Gruppe „De Höhner“ vor den Höhnern wie man sie jetzt kennt. Gegründet 1972, stets kostümiert und geschminkt auf der Bühne, und das ausschließlich zur Karnevals-Session mit großen Hits in Folge.

Der damalige Sänger Peter Horn stieg 1987 aus der Band aus, und wurde durch den jetzigen Sänger ersetzt.

Schon damals sagte Peter Horn: „Wir spielen Musik für Menschen die Karneval feiern, nicht für Menschen die sich selber feiern“.

 

Foto: © hansenn, AdobeStock

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Veranstaltungstipps

Do 26

Lisa Feller – „Ich komme jetzt öfter“ Hamm

26. November @ 18:00 - 21:00 CET
Sa 28

Nachtführung

28. November @ 18:30 - 21:00 CET
So 29

Sammler-, Antik- und Trödelmarkt

29. November @ 11:00 - 16:00 CET
Dez 05

Disco 44 – Die Party zum Tanzen

5. Dezember @ 19:00 - 6. Dezember @ 1:00 CET

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