Corona und Medien – die treibende Kraft

Steigende Infektionszahlen haben bei dem Kampf gegen die Corona-Pandemie die zweite Runde einläuten lassen.

Die dritte, vielleicht entscheidende Runde, zeichnet sich schon jetzt im nächsten Jahr ab. Das Eintreffen eines Impfstoffes mit beginnenden Impfungen.

Als Beobachter, Ringrichter und Kommentator in einer Person: die Medien.

Printmedien sind nicht mehr die Medien, die sie einmal waren. Das Verhalten jüngerer Menschen in Richtung digitaler Informationsquellen hat zu einem Sinken der Verkaufszahlen geführt. Fast alle Zeitungsverlage kämpfen an der Schwelle zu den roten Zahlen, oder sind schon längst drinnen.  Die Reaktion war unausweichlich:  weg vom Druck, rein in das Netz.

Die Arbeit des einzelnen Journalisten ist ebenso von diesem Umbruch beeinflusst. Wo man früher noch einen Artikel für die gedruckte Auflage geschrieben hat, in der Hoffnung dass möglichst viele Menschen sein Werk lesen. So ist diese Hoffnung heutzutage der Gewissheit gewichen.

Moderne Analyse-Systeme zeigen exakt das Verhalten der Leserschaft an. Außer der Person selber können Autor, Redaktion und Verlag quasi das komplette Verhalten des jeweiligen Lesers und die Anzahl der gesamten Textaufrufe erkennen.

Es entsteht die Versuchung, noch gefördert durch den Druck Geld einschreiben zu müssen, gezielt für den Leser bzw. das Verhalten des Lesers zu schreiben.

Beobachtet man einmal unter diesem Gesichtspunkt die Berichterstattung zur Corona-Pandemie, scheinen etliche Verlage dieser Versuchung erlegen zu sein.

Sinkende Infektionszahlen und milde Verläufe bei Erkrankungen bringen mäßig Leser.

Hotspots, steigende Infektionszahlen und Schilderung von schweren Krankheitsverläufen bringen Klicks und Geld. Getreu dem Motto. „Ich hatte den Virus, und es war so schlimm“. Und auch sehr gerne geschrieben. „Haben sie ein Jucken im rechten Zeh und Schmerzen in der linken Leiste? Es könnte der Virus sein!“

Auch die dritte Runde im Kampf gegen den Virus wird von Medien in diesem Zustand begleitet. Als was, bleibt mit Spannung abzuwarten. Beobachter muss sein, Kommentator ist die Aufgabe von uns. Ringrichter ist unter dem Hintergrund von finanziellem Druck und dem „gläsernen“ Leser nicht ohne Gefahr.

„Ich habe mich impfen lassen und hatte überhaupt keine Nebenwirkungen“, bringt nach zwei Wochen keine Leser mehr.

„Ich habe mich impfen lassen und es war so schlimm“, bringt garantiert Leser ohne Ende.

Ich als meine Person und selber Journalist will und kann nicht in die Zukunft schauen. Ebenso wenig kann ich noch das Verhalten von Medien vorhersagen.

Aber sind sich die Printmedien dieser Verantwortung bewusst?

Und ist Verantwortung bei allen Printmedien existentieller als Geld?

Ich bin einmal gespannt auf das nächste Jahr!

 

Ihr  Wolfgang Große-Westermann

 

Foto © svort, AdobeStock

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