Corona-Tests in Kitas – auf der Suche nach der Dunkelziffer

Das Corona-Virus erzeugt seine Gefährlichkeit durch seine relative Ungefährlichkeit.

Ca. 85 % der Infizierten zeigen keine oder nur sehr schwache Symptome. Nimmt man einen an Grippe erkrankten Menschen sofort war, und auch der Betroffene selber erkennt deutlich seine Symptome, ist dieses bei Corona häufig nicht der Fall. Daraus resultierend erzeugt das Corona-Virus eine schnelle Verbreitung und hohe Ansteckungsgefahr.

Durch Unwissenheit über die eigene Infektion wird das Virus immer weiter bis in Risikogruppen hinein getragen. Jüngste Massentests in Großunternehmen haben dieses belegt, als man sich gesund fühlende Menschen nach einem Corona-Test aus dem Arbeitsleben heraus gezogen hat. Dementsprechend hoch ist auch nach Vermutungen der Wissenschaftler die Dunkelziffer an Infizierten.

Eine weitere große Unbekannte in dem Corona-Zahlenwerk waren bisher Kinder. Sie zeigen erstaunlicherweise keine oder kaum Symptome bei einer Corona-Infektion. Über die Gründe wird bei Wissenschaftlern stark diskutiert. Man zieht Vergleiche zu anderen Virusinfektionen wie HIV oder Hepatitis, wo Kinder ebenfalls trotz Infektion nicht erkranken.

Es gibt zwei Theorien zur Erklärung der Nicht-Erkrankung von Kindern bei Corona:

  1. Das Immunsystem der Kinder kann schneller auf fremde Erreger reagieren, weil es sich wegen geringeren Erfahrenswerten noch nicht so spezialisiert hat wie bei älteren Menschen. Ihr Immunsystem produziert noch „Allrounder-Antikörper“, die in der Lage sind alle Bakterien und Viren zu bekämpfen.
  2. Die zweite Theorie geht von der Vermutung aus, das Kinder auf Grund des noch nicht ausgewachsenen Körpers weniger Corona-Andockstellen im Gewebe von Lunge und Rachen haben wie erwachsene Menschen.

Aus diesen Gründen, und in Verbindung mit der Rückkehr zum Regelbetrieb in Kitas, hat die NRW-Landesregierung eine groß angelegte Untersuchung zum Infektionsgeschehen bei Kindern begonnen.

An der Modellstudie in 110 Düsseldorfer Kitas nehmen seit heute 5150 Kinder und Erzieherinnen teil. Insgesamt sollen mehr als 40.000 Speichelproben untersucht werden. Zielsetzung dabei ist, verlässliche Zahlen zu ermitteln, ob es in den Kita-Gruppen zu neuen Infektionsfällen kommt in Verbindung mit Infektions-Kettenreaktionen. Die Studie findet unter Federführung des Instituts für Virologie des Universitätsklinikum Düsseldorf statt.

Die Test-Gruppe teilt sich auf in 3920 Kindern und 1230 Fachkräften. Das Ergebnis ihres Corona-Tests wird den Beteiligten in etwa 24 bis 36 Stunden mitgeteilt. Die umfassende Bewertung der Ergebnisse soll im Juli geschehen. Die Test-Personen soll zwei Mal wöchentlich eine Probe abgeben. Dazu erhalten sie ein Paket mit acht Gefäßen. Zweimal pro Woche soll morgens zu Hause nach dem Aufstehen mit einem Schluck Wasser der Mund ausgespült und der Inhalt in das Gefäß gespuckt werden. Hinter dieser Studie steht auch die kontrovers diskutierte Frage, wie hoch die Dunkelziffer in der gesamten Bevölkerung ist, und daraus resultierend die reale Sterblichkeitsquote.

Bei der Grippe hat man verlässliche Zahlen von einer Quote von 1 Todesfall bei 1000 Infizierten. Bei dem Corona-Virus geht man bisher von 2 bis 3 Todesfällen je 1000 Infizierten aus.

 

Foto: © Kzenon, AdobeStock

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