Corona – lässt sich das Virus mit seinen eigenen Waffen besiegen?

Kommentar von Wolfgang Große-Westermann

Die Firma Curevac aus Tübingen ist nach Biontec aus Mainz das zweite deutsche Unternehmen, welches eine Genehmigung für klinische Studien an einen Corona-Impfstoff bekommen hat.

Eine 29-jährige Probandin war am Freitag, den 19. Juni 2020,  in Tübingen geimpft und anschließend 24 Stunden überwacht worden. Der Studienleiter Peter Kremsner ist bisher sehr zufrieden mit den vorläufigen Ergebnissen, was Sicherheit und Verträglichkeit des Impfstoffs angeht.

 

Kommentar:

Die Strategie des Virus ist ebenso einfach wie auch erfolgreich. Auf seinen todbringenden Weg in die Zielgruppe der alten und schwachen Menschen hinterlässt es infizierte Menschen, die ohne erkennbarer äußerlicher oder innerlicher Krankheitssymptome unwissentlich das Virus weiter verbreiten.

Und Menschen, mittlerweile als Virusträger erkannt, die fortan daran gehindert werden das Virus in die Gruppe der für sein Überleben wichtigen noch nicht Infizierten zu transportieren. Er kann jeden Menschen nur einmal infizieren.

Die Strategie der Menschheit ist daher ebenso wirkungsvoll wie auch erfolglos. Je effektiver und wirksamer unser Bemühen eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, um so mehr erhalten wir seine Ressourcen und verlängern seine Lebensdauer.

Ein einfacher und profaner Weg diesem Kreislauf zu entkommen wäre, uns die Schwachstelle des Virus zu Nutzen zu machen.

Um sich unentdeckt in seine Zielgruppe der alten und schwachen Menschen transportieren zu lassen, zeigt er bei 90 Prozent aller Infizierten keine oder nur schwache Krankheitssymptome.  Dementsprechend niedrig auch die Sterblichkeitsquote, die nur unwesentlich höher ist wie bei einer normalen Grippe.

Wenn man es jetzt durch Weglassen aller Schutzmaßnahmen (mit Ausnahme der Risikopatienten)  zulassen würde, dass sich alle Menschen einmal mit dem Virus anstecken können, neigen sich bei hohem Ansteckungs- aber geringem Krankheitsgrad und einer anschließenden Immunität von 10 Jahren in kürzester Zeit seine Ressourcen dem Ende.

Ein Vorgehen, das zur jetzigen Zeit jedoch kaum praktikabel ist. Wer will den Menschen nach so vielen Monaten Medienpräsenz und Angst dieses Nahe bringen und umsetzbar machen ?

Gleichzeitig wird sich das Infektionsgeschehen in kürzester Zeit dermaßen aufblähen, dass ein konventioneller Schutz der Risikogruppen nicht ausreichen wird, was zu einem unvermeidlichen Anstieg der Todesfälle führen würde.

Aber es wird in naher Zukunft einen Impfstoff geben. Vielleicht ist der anschließende Ansatz zur Lösung eine flächendeckende Impfung der Risikogruppen, verbunden mit einer freiwilligen Impfung der Restbevölkerung, mit zeitgleicher Wegnahme aller Schutzmaßnahmen.

Vielleicht lässt sich dann das Virus mit seinen eigenen Waffen besiegen.

Foto: © thodonal, AdobeStock

 

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