Glasfaserausbau

Ewiges Thema Breitbandausbau – Weiße Flecken werden bis 2021 ausgebaut

Die Notwendigkeit schneller Internetverbindungen wurde in Hamm bereits vor über 10 Jahren erkannt.

Mit dem Projekt “City 2020” startete die HeLi NET bereits 2009 ambitioniert mit dem Glasfaserausbau in Hamm. Ziel war es, Hammer Haushalte und Unternehmen bis zum Jahr 2020 flächendeckend mit schnellen Glasfaseranschlüssen zu versorgen; als Pilotcluster wurden die modernen Lichtwellenleiter in Werries eingeführt. Ende Juni 2009 schrieb ein Kommentator im privaten Blog City2020Bewohner.de von Dominik Hahn:

Ein Hoch auf die Zukunft und was sie uns bringen möge.
Die Möglichkeiten sind endlos.

Auch wenn 2009 kaum jemand die rasante Entwicklung von Bandbreite abhängigen Diensten – wie Musik- und Videostreaming, Machine-to-Machine (M2M) oder Software-as-a-Service (SAAS)-Lösungen – absehen konnten, war die Aussage visionär, treffend – und ist heute noch gültig.

Nüchtern betrachtet, zählt Deutschland heute beim schnellen Internet im Vergleich mit anderen Industrienationen zu den Schlusslichtern. Experten bemängeln seit Jahren die zu trägen und komplexen Vergabeverfahren von Fördermitteln für den Breitbandausbau. Ein Förderprogramm in Milliardenhöhe wurde erst 2015 gestartet. Besonders betroffen sind Internetnutzer im ländlichen Bereich – gerne als “weiße Flecken” betitelt. Hier wird im Jahre 2020 zu oft noch im Schneckentempo gesurft, was die Nutzung moderner Dienste, wie Streaming und Download verhindern. Laut Breitbandatlass des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur verfügen nur 5 % privater Haushalte in Hamm über Glasfaseranschlüsse (FTTH/FTTB). 93 % surfen über die störanfällige und auf Kupferadern basierende DSL-Technologie mit immerhin 50 Megabits pro Sekunde.

Was bedeuten FTTH und FTTB?

Fiber-to-the-Home und Fiber-to-the-Building bezeichnen die optimalsten Versorgungsszenarien. Bei diesen Anschlussformen reicht eine Glasfaser bis in die Wohnung oder ins Gebäude eines Internetnutzers und ermöglicht so einen maximalen und sehr stabilen Zugriff auf das Datennetz.

Wie geht es in Hamm weiter?

Mit dem Versprechen eines Rechtsanspruchs auf schnelles Internet für alle durch die Bundesregierung Ende 2018 kommt der Breitbandausbau langsam in Fahrt. Für den Ausbau der unterversorgten ländlichen Haushalte und Unternehmen erhielt die Stadt Hamm eine Förderung in Höhe von 36,42 Millionen Euro zu gleichen Teilen aus Bundes- und Landesmitteln.

Während bis Ende 2021 mehr als 3.500 Haushalte und 275 Unternehmen in den unterversorgten “weißen Flecken” durch die Projektgemeinschaft – bestehend aus der Stadtwerketochter “Energie- und Wasserversorgung” und der HeLi NET Telekommunikation” – an das neue, rund 350 Kilometer lange Glasfasernetz angeschlossen werden, wird man auf den Glasfaserausbau der Gesamtstadt weiterhin hoffen müssen.

 

Foto: © ThomBal, AdobeStock

 

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