ASV Hamm’s entlassener Trainer Kay Rothenpieler im kurzen Gespräch

In einem kurzen Gespräch mit HAMM.NEWS präsentiert sich Kay Rothenpieler wenige Tage nach der Beurlaubung vom ASV Hamm zwar noch emotional berührt, aber trotzdem ruhig und besonnen.

“Mir geht es einigermaßen gut. Es ist nicht so ein schönes Gefühl, aber diese Entscheidung ist mir so mitgeteilt worden und ich habe sie zu akzeptieren. Es gehört halt auch zum Sportgeschäft dazu, dass sich ein Verein vorzeitig von seinem Trainer trennt.”

Die sportlichen Ergebnisse der letzten Wochen waren nicht zufriedenstellend, trotzdem war dieser Schritt für alle überraschend. ASV-Trainer Kay Rothenpieler hatte diese Entwicklung natürlich auch hautnah verfolgt. “Wir haben in den letzten Spielen und vor allem auswärts nicht überzeugt. Diese Kritik ist auch berechtigt. Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht wie ich die Mannschaft wieder auf Kurs bringen kann, doch leider habe ich die Möglichkeit nicht mehr dazu.” Etwaige Vermutungen, das ein gestörtes Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer vorliegen könnte, erstickt er schon im Keim. “Das Verhältnis zwischen der Mannschaft und mir war aus meiner Sicht völlig in Ordnung. Das es immer mal unzufriedene Spieler gibt, das ist normal. Nach meiner Freistellung habe ich mich bei den Jungs vernünftig verabschiedet und Ihnen viel Glück und Erfolg gewünscht.”

Kommentar von
Wolfgang Große-Westermann:

Im professionellen Sportgeschäft ist es ein mittlerweile als normal angesehener Vorgang, dass bei ausbleibenden sportlichen Erfolgen der Trainer entlassen wird. Misserfolge und schlechte Leistungen erzeugen im Profi-Sport Druck. Das erste und auch einfachste zur Verfügung stehende Ventil zum Druckausgleich ist der Trainer.

Hier war der Trainer seit 19 Jahren im Verein tätig. Maßgeblich am Aufbau des Vereines beteiligt, und auch in Krisenzeiten präsent.

Wenn es in einer Beziehung in einer Komponente kriselt, hier waren es in der Zeitspanne noch recht kurze nicht zufriedenstellende sportliche Leistungen, ist es diskussionswürdig ob es als Reaktion sofort zu einer abrupten und endgültigen Scheidung kommen muss.

Das Gefüge und die Struktur eines professionell geführten Vereines bietet etliche Funktionen im sportlichen Bereich. Die Frage sei daher erlaubt, ob bei der Vorgeschichte des Trainers eine weitergehende freundschaftliche Beziehung außerhalb der Trainer-Tätigkeit nicht möglich gewesen wäre.

 

Beitrag vom 08.03.2020

Franz Dressel, Geschäftsführer von ASV Hamm-Westfalen, hat Kay Rothenpieler mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.

Auslöser war offensichtlich die enttäuschende 27:32 Niederlage am Freitag in Lübeck-Schwartau. Die sportliche Talfahrt dauerte jedoch schon länger an.

Der Handball-Zweitligist und Kay Rothenpieler gehen ab sofort getrennte Wege

Die Entscheidung fiel am Samstag Nachmittag, die Spieler wurden noch am selben Abend informiert. Vorübergehend sollen Jakob Schwabe und Co-Trainer Christof Reichenberger das Training leiten. Für die neue Saison wurde bereits Michael Lerscht vom TuS Ferndorf als Trainer verpflichtet.

Kay Rothenpieler

Geboren am 7. Februar 1971, begann er das Handballspielen mit 7 Jahren. Nach einigen Vereinswechseln wurde er mit dem OSC Thier Dortmund Deutscher Jugendmeister. 1987 gab er sein Bundesligadebüt und wurde später mit 16 Jahren jüngster Bundesliga-Torschütze. In das Finale des DHB-Pokals 1991 zog er mit TV Niederwürzbach. Das gleiche noch einmal erreichte er 1995 mit dem HSV Düsseldorf. In der Deutschen Nationalmannschaft bestritt er elf Länderspiele.

Da seine gesamte Karriere von Verletzungen begleitet war, beendete er 1999 seine aktive Laufbahn.

Seine Trainerkarriere begann er 2001 beim ASV Hamm. Sein größter Erfolg war der Aufstieg in die Bundesliga in der Saison 2009/2010. Anschließend kündigte er aus privaten Gründen. Nach der Entlassung seines Nachfolgers übernahm er das Traineramt im Jahr 2010 jedoch erneut, sowie zusätzlich auch den Managerposten. Ab 2015 legte er seinen Schwerpunkt auf Manager-Tätigkeiten, kehrte jedoch 2017 wieder auf die Bank zurück. Gleichzeitig übernahm er das Amt als Sportlicher Leiter.

 

Foto: © Moritz Kaufmann

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