Apotheker: Es fehlen über 200 verschreibungspflichtige Medikamente

Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sind derzeit über 200 Medikamente nicht lieferbar.

Der für Hamm zuständige Apothekerverband Westfalen-Lippe bezweifelt, dass das vom Bundestag verabschiedete Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz die ausreichenden Effekte erzielt, um die Versorgung der Patienten mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln nachhaltig zu sichern.

„Die Symptome mögen gelindert sein, aber ein wirksames Mittel ist nicht gefunden: Mit der Verabschiedung des Faire-Kassenwettbewerb-Gesetzes sind einige Maßnahmen gegen die anhaltenden Lieferengpässe bei Arzneimitteln beschlossen worden. Das sind zwar Schritte in die richtige Richtung, die aber noch nicht weit genug gehen“

kritisiert Sarah Doll, Vorsitzende der Bezirksgruppe Unna im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL). Die Apotheker in Westfalen-Lippe bleiben skeptisch. Rund 200 gängige Arzneimittel sind seit Monaten in Deutschland nicht verfügbar. „Das Problem könnte möglicherweise sogar noch größer werden“, sagt Sarah Doll. Denn wegen des Kostendrucks im Gesundheitswesen werden viele Wirkstoffe für Arzneimittel nur noch in wenigen Betrieben weltweit hergestellt – viele davon in China gelegen. Teilweise kommt es dort aufgrund des Coronavirus zu Produktionsproblemen.

Risiko für Gesundheitsversorgung

„Die aktuelle Situation ist eine Folge dieses Kostendrucks und damit ein Beleg dafür, dass die Gesundheitsversorgung der Bürger nicht den uneingeschränkten Kräften des freien Marktes und Preiswettbewerbs unterworfen werden darf“

warnt Dr. Klaus Michels, AVWL-Vorstandsvorsitzender. „Oligopole und Monopole bergen ein großes Risiko von Versorgungsengpässen“, so Michels. Er fordert vom Gesetzgeber eine verlässliche und rechtlich wirksame Lösung, die die sichere Versorgung aller Patienten zu gleichen, fairen Preisen gewährleistet.

Welche Medikamente sind nicht lieferbar?

Das BfArM stellt der Öffentlichkeit Informationen zu gemeldeten Lieferengpässen zur Verfügung. Die Informationen stammen direkt vom Pharmazeutischen Unternehmer und werden durch Daten aus dem Arzneimittelinformationssystem des Bundes ergänzt. Die Datenbank wird automatisiert auf Basis der gemeldeten Informationen aktualisiert und ist hier abrufbar:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

 

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Foto: © auremar, AdobeStock

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