Albert-Schweitzer-Stiftung: Entstehung immer neuer Pandemien ist hausgemacht

Legt man die Vermutung zugrunde, dass die Entstehung der Corona-Pandemie durch Fledermäuse verursacht wurde. Und nimmt gleichzeitig als Basis die gängigen Annahmen zur Entstehung der Pandemien in den letzten Jahrzehnten. Dann kommt man nach Ansicht der Albert-Schweitzer-Stiftung zu der logischen Schlussfolgerung, das fasst alle Virenausbrüche der letzten Zeit durch die Haltung und den Verzehr von Tieren ausgelöst wurden.

Auch in der Wissenschaft herrscht seit Jahrzehnten die einhellige Meinung, dass durch industrielle Nutztierhaltung oder auch Wildtiermärkte in asiatischen Ländern, das Entstehen solcher Pandemien förmlich provoziert wird.

Die Weltgesundheitsorganisation warnte schon 2017 eindringlich vor dem zu hohen Einsatz von Antibiotika in der industriellen Nutztierhaltung. Schon jetzt werden weltweit bis zu 80 % der verabreichten Antibiotika für Tiere in der Massentierhaltung eingesetzt. Für Menschen lediglich 20 %. In vielen Regionen setzt man Antibiotika sogar zur Wachstumsförderung von jungen Tieren ein. Die dabei verwendeten niedrigen Dosierungen begünstigen die Anpassung von resistenten Bakterien.

Schon im Jahr 2009 errechnete die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO den Ursprung der neu auftauchenden Krankheitserreger zu 70 % in „zoonotischen Quellen“ (Übertragung von Tier auf Mensch). Aktuell wird von der FAO die Zahl sogar auf 75 % erhöht. Beweise dafür zeigten sich in immer neuen Wellen von sog. RNA-Viren (Viren aus dem Tierreich). Vogelgrippe, Schweinegrippe, Nipah-Virus, Ebola, HIV, und jetzt aktuell das Corona-Virus.

Die FAO hat 2008 eindringlich darauf hingewiesen, dass die jetzige Form und Ausuferung der Massentierhaltung eine immer größer werdende Gefahr für die Entstehung neuer Krankheitserreger darstellt. In Verbindung mit vermehrten Tiertransporten in entfernte Länder und einer zunehmenden Mobilität der Menschen, würde eine Pandemie förmlich herauf beschworen.

Die Massentierhaltung von Schweinen und Geflügel produziert gigantische Mengen an Exkrementen, die anschließend auf Ackerflächen entsorgt werden. Die Ausscheidungen von Tieren enthalten sog. pathogene Keime (Mikroorganismen mit krankmachenden Eigenschaften), die anschließend zu Lebensmittelvergiftungen oder Infektionen führen können. Gefährdet sind neben Menschen auch Wildtiere.

Das jetzige Corona-Virus entstammt wahrscheinlich direkt, oder indirekt über ein Gürteltier als Zwischenwirt, von einem sog. „Wet Market“ (Markt mit noch lebenden Schlachttieren) aus dem chinesischen Wuhan.

Die Forderung der Albert-Schweitzer-Stiftung ist daher eindeutig:

Statt sich von Epidemie zu Pandemie zu hangeln und zu versuchen, immer neue Impfstoffe zu entwickeln, sollte man die Chancen des 21. Jahrhunderts nutzen.

Schon jetzt gibt es weltweit gute Produkte auf pflanzlicher Basis. In wenigen Jahren wird es in den USA entwickeltes Fleisch aus gezüchteten Zellen global zu kaufen geben. Daher fordert die Stiftung schon jetzt die Abkehr aus der industriellen Nutztierhaltung und Wildtiermärkten.

Die Albert-Schweitzer-Stiftung ist eine deutschlandweit agierende Tierrechtsorganisation, die sich für eine Abschaffung der industriellen Nutztierhaltung und Verbreitung einer veganen Lebensweise einsetzt.
(Quelle: Wikipedia)

 

Foto: © siewwy84, AdobeStock

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