Ärztliche Vereinigung kritisiert Diskussion um eine Impfpflicht

Nachdem durchaus namhafte Bundes- und Landespolitiker immer öfter eine Impfpflicht gegen das Corona-Virus fordern, hat der Vorstand von Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. dazu Stellung bezogen.

Demnach gelten Impfungen als vorbeugende Maßnahmen an gesunden Menschen. Sie müssen daher grundsätzlich höheren Anforderungen an Wirksamkeit und Sicherheit genügen als herkömmliche therapeutische Medikamente.

Die ärztliche Vereinigung warnt davor:

  • Einen möglichen Impfstoff zum zentralen Lösungsansatz zu machen, um die Corona-Pandemie einzudämmen.
  • Das Wiederherstellen rechtsstaatlicher Verhältnisse von der Verfügbarkeit eines solchen Impfstoffes abhängig zu machen.
  • Eine Impfpflicht zur Voraussetzung zu machen, dass Grundrechte wieder gewährt werden.

Nach aktuellem Kenntnisstand von Ende April 2020 ist nicht abschließend geklärt, ob und in welchem Maße das Corona-Virus überhaupt eine individuelle Immunität vor einer neuen Erkrankung hinterlässt.

Ebenso ist nicht geklärt, inwieweit das Durchleben einer Erkrankung tatsächlich vor einer Weiterverbreitung schützt.

Ob nach einer Impfung eine Immunität vorhanden ist, wird nur in aufwändigen Studien zu beantworten sein.

Solange nicht nachgewiesen ist, dass eine Impfung auch zu einer „Herden-Immunität“ führt (wird auch von etablierten Impfstoffen selten erreicht), kann es als Schutz nur für Risikogruppen empfohlen werden.

Die Forderung nach einer Impfpflicht hält der Verein für unethisch, denn sie bricht das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

 

Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V. ist eine gemeinnützige Organisation von Ärzten, die Schutzimpfungen grundsätzlich als einen Bestandteil ärztlicher Vorsorge ansehen.

Sie sehen sich dabei einer Charta der WHO verpflichtet:

„Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein hohes Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen.“

Der Verein wurde 2006 gegründet und hat seit kurzem den Sitz von Herdecke nach Berlin verlagert.
(Quelle: Wikipedia)

 

Foto: © thodonal, AdobeStock

Wolfgang Große-Westermann
Author: Wolfgang Große-Westermann

Als Hammer Junge engagiert sich Wolfgang Große-Westermann seit 1980 im Pressewesen. Seinen Schwerpunkt setzt der Journalist auf investigativ, kritisch und recherchehaltig.

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