3D-Druck & CNC-Fräse: FabLab-Mitglieder konstruieren Infektionsschutz-Lösungen

Aufgrund des Kontaktverbotes werkeln die Mitglieder des FabLab Hamm e.V. in den heimischen Werkstätten.

Beim Konstruieren und Tüfteln ist ein fachlicher Austausch aber unabdingbar. Daher haben die Maker, die es derzeit in die häuslichen Werkstätten verschlagen hat, einen digitalen Weg für den gemeinsamen Austausch gefunden. Per Videokonferenz stehen sie im regelmäßigen Kontakt und haben so über die Möglichkeiten beratschlagt, wie man mit eigenen Mitteln eine Unterstützung während der Corona-Krise leisten kann.

“Es wurde natürlich schnell klar, dass eine Großserienfertigung von Massenartikeln nicht in Frage kommen könnte!“ – Jens Christian Kneißel, FabLab Hamm

Die Tüftler konzentrieren sich daher auf die Produktion von Hilfsmitteln für den medizinischen Bereich. So entstanden und entstehen derzeit die folgenden Lösungen:
  • drei großformatige “Spuckschutz-Aufsteller” für eine Apotheke, hergestellt per CNC-Fräse aus Acrylglas und Siebdruckplatten
  • desinfizierbare Atemschutzmasken aus 3D-Filament, hergestellt mit den vereinseigenen 3D-Druckern
  • Gesichtsvisiere für medizinisches Personal im 3D-Druckverfahren und Overheadprojektor-Folien
  • Beatmungsgeräte auf Basis eines sog. AmBu-Beutels, wird derzeit geprüft

Atemschutzmaske

Für Einzelanwendungen erscheint den Makern des FabLabs Hamm insbesondere die Atemschutzmaske eines amerikanischen Arztes sehr geeignet zu sein, welcher zudem die entsprechenden Herstellungsdateien und weitere Herstellungshinweise ins Netzt gestellt hat (Druckdateien-Download). Parallet dazu wird übrigens auch noch mit textilen Varianten bzw. Mischformen aus Kunststoffen und Textilien experimentiert.

Gesichtsvisir

Im Augenblick stellen einzelne Mitglieder ein Gesichtsvisier für medizinisches Personal her, das u.a. bereits von der Universitätsklinik Essen getestet wird und auf den schönen Namen “Prusa Protective Face Shield – RC3“ hört. Die Anleitung zum Druck eines speziellen Stirnbandträgers in Verbindung mit Overheadprojektor-Folie als Visier stammt vom amarikanischen 3D-Druck-Pionier Joseph Prusa und erscheint simpel und umsetzbar (Druckdateien-Download). Zur Ausstattung von einzelnen Arztpraxen mit einem solches Schutzprodukt etwa reichen die 3D-Druck- und Lasercutter-Kapazitäten des FabLabs Hamm sowie seiner Mitglieder wahrscheinlich aus. Erste Ergebnisse werden derzeit erwartet.

Beatmungsgerät

In der weltweiten FabLab Commuity, auf der Website „3Dnatives“ und im Nachgang des bundesweiten Hackatons der Bundesregierung für CORONA-Maker-Ideen werden derzeit auch unterschiedliche Typen von Beatmungsgeräten bzw. -hilfen für Klinikpatienten diskutiert und prototypenhaft gebaut. Die Nachfrage bei einem erfahrenen Notfall-Mediziner ergab, dass sich insbesondere das Beatmungsgerät auf Basis eines sog. AmBu-Beutels als interessante Notfall-Technik herausstellen könnte. Weitere Infos dazu auf der deutschen Projektseite: https://diy-beatmungsgerät.de . Dort sind ebenfalls 3D-Druckdateien und CAD-Pläne zum (Nach-) Drucken ggf. benötigter Beatmungsventile und -sensoren erhältlich. Wer einen 3D-Drucker besitzt und sich entsprechend engagieren will, wird ebenfalls dort fündig.

Anfragen erwünscht

Die Maker des FabLabs Hamm jedenfalls werden weiter die Augen offenhalten, um zu schauen, wo konkret geholfen werden kann. – Entsprechende konkrete Anfragen (etwa von medizinischen Einrichtungen) nimmt das FabLab unter info@fablab-hamm.de entgegen.

 

Foto: © FabLab Hamm

Thomas Reimann
Author: Thomas Reimann

Aufgewachsen in einer Hammer Verlegerfamilie absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung beim Westfälischen Anzeiger. Seit 2000 betreibt Thomas Reimann als Inhaber der Agentur- und Verlagsgesellschaft REIMEDIA GmbH lokale Plattformen in Hamm - von HammOnline.de bis HammTV.de. Seit 2020 fasst er in Hamm.NEWS die wichtigsten Nachrichten aus und über Hamm zusammen.

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